Wenn der Getränkehändler gegenüber sich qua Werbeschild als „Getränke Spezialist“ bezeichnet, dann ist das für mich gerade noch nachvollziehbar, immerhin wird er für Getränke bezahlt und nicht für Rechtschreibung. Wenn aber ein dem Kabarett verpflichteter Berufshektiker aus Waiblingen hinnimmt, dass die Sendung formerly known as Scheibenwischer (die mal das satirische Ausgängeschild der ARD war), umbenannt wird in „Satire Gipfel“, dann sage ich: ich will Hilde Brandt wieder!
[War einmal: Scheibenwischer mit: Dieter Hildebrandt, Joseline Gassen, Gerhard Polt, Werner Schneider, Konstantin Wecker, und Ingeborg Wellmann. Musikalische Leitung: Jürgen Knieper, Regie: Sammy Drechsel.]Ein Tag im Leben eines gewissen Zebrastreifens auf der Abbey Road …
Gefunden in dem Herrn Paulsen sein Kiosk. Den Herrn Paulsen muss ich wohl demnächst zu meinem persönlichen DJ ernennen.
„It’s barbaric, but hey, it’s home.“Arabian Nights, [amazon link=“B06XGBT9WZ“ title=“Disney’s Aladdin“ /]
Die Mode-Depesche via Dem Herrn Paulsen sein Kiosk
- „Ein Meilenstein für die Kölner Infrastruktur.“
(Fritz Schramma, OB Köln, 2002.)[03. März 2009, 14:01 Uhr – Das Archivgebäude des Kölner Stadtarchivs stürzt ein. Nachdem der 2. Weltkrieg die Stadt das Gesicht kostete ist jetzt das Gedächtnis der Stadt seit dem 10. Jahrhundert unwiederbringlich verloren. Esu jet jitt ett nur in Kölle.] Reklame ist etwas, an das alle Menschen gewöhnt sind. Nachts rast Birne über die Stadt hin und her und zeichnet eine gelbe Schrift an den Himmel. Sie heißt: „Pipi trinken!“ – „Wir haben kein Pipi“, sagt der Wirt. – „Wir wollen aber Pipi“, sagen die Gäste und rufen, „Pipi, Pipi, Pipi!“Aus: Günter Herburger, Birne kann noch mehr; S. 33 ff. Luchterhand 1971
Auffällig ist, wie kritik- und kriterienlos Kunden grafischer Dienstleistungen auftreten. Wenn es um Fußball oder das Auto geht nimmt es der Teutone ganz genau. Er informiert sich, er weiß Bescheid und er legt gern Geld für Stadionticket und einen schicken neuen Flitzer hin. Mit Grafik ist das anders. Wäre Fußball eine grafische Dienstleistung, wüßte der Durchschnittsbürger Bayern München nicht von einem Regionalligaverein zu unterscheiden (gut, das geht auch den Leuten mit Kenne derzeit so) und man könnte ihm erzählen, der Ottomotor sei von einem greisen ostfriesischen Komiker erfunden worden. Davon profitieren die Wegelagerer des grafischen Gewerbes, die erfolgreich Drittliga-Gestaltung als High-End-Grafik anpreisen (und abrechnen). Ein Auszug aus der philosophischen Abteilung eines digitalen Dienstleisters:
„Kreativität ist ein schöpferischer Prozess, der nicht erlernbar ist sondern nur als eine vorhandene Gabe entdeckt und angenommen werden kann. Diese Gabe gilt es zu entdecken und zielgruppenorientiert und kundenspezifisch einzusetzen.“
Eine Gabe, die ein Prozess ist, der angenommen werde kann. Aha, aha. Herr Präsident, ich nehme die Kreativität an, sowahr mir Gott helfe. Und die Rubrik „unsere Philosophie“ ist nur eines der gern betretenen Fettnäpfchen in den Selbstdarstellungen grafischen Wegelagerertums, das gern in Begleitung von überheblichem Schwulst mit als Serviceleistung getarntem Dilettantismus große Teile Marktes überschwemmt.
Kreativität als schöpferischen Prozess weder entdeckt und angenommen haben die beauftragten Gestalter eines beliebten Open Airs, dessen bewerbendes Portal bei der Auftragsvergabe entweder strunzbesoffen oder pathologisch ästhetikresistent gewesen sein müssen – hier das Ergebnis der [sic!] schöpferischen Prozesse des sich gleich unter dem Seitenkopf mit einem saftigen „powered by“ in Szene drängende Webdienstleisters:
Das hat den ästhetischen Charme einer Internet gewordenen Powerpointpräsentation der Klofrau des Hausmeisters, das ästhetische Unterlassungsdelikt fällt aber niemand auf, denn die Kundschaft scheint so blind wie die Dienstleister. Noch ein Beispiel, diesmal aus der Welt der analogen Herrlichkeiten: Um ein 17.000köpfiges Publikum – so viele gehen in die Berliner O2-Arena – warben die Ostrock-Veteranen „Die Puhdys“ mit den folgendem visuellen KO-Tropfen samt typografischer Vergewaltigung:
Gut, man kann schon sagen: „Bei denen ist das egal, die füllen in Ostberlin jede Halle, auch wenn sie benutztes Klopapier anschlagen.“ Natürlich. Man kann auch ein perfekt gegrilltes Filetsteak in eine Pappschale werfen und im zugigen Bahnhofsgrill neben irgendeinem nach Pisse stinkenden Faktotum servieren. Man kann das machen und es wird gemacht, weil es wirtschaftlich Sinn macht: Wenn man ihr lange genug Scheiße aufs Auge haut, wird die Kundschaft am Ende blind. Und das Gesetz der größten Schnittmenge lehrt: Blinde brauchen keine Blümchentapete.
Natürlich ist das alles ganz weit hergeholt. Am Ende geht Scheiße natürlich doch nicht für Gold durch, und die Kundschaft macht – und das ist der Immobilienskandal der Grafikbranche – schließlich kein Geld mehr für Plakate und Internet locker, weil sie in jeder Hinsicht mit nichts Gutem mehr rechnet.
Und das ist scheiße.
Jugend forscht – ein Foto vom U-Bahnhof Alexanderplatz in Berlin…
(EDIT 06.01.2013: Leider ist das schöne Foto vom U-Bahnhbof Alexanderplatz mittlerweile offline)
…und seine Bildunterschrift – finden Sie die lustigen Fehler:
[via Webshots.]
Nee, klar. Die Amis sind per U-Bahn über die Geisterbahnhöfe in Ostberlin einmarschiert und haben Adolf Hitler im Palast der Republik festgenommen.
1994 war der Schauspieler Patrick Stewart Gastgeber der Mutter aller Comedyshows: Saturday Night Live. Schon in seinem Standup-Monolog bewies er Exzellenz in Sachen Selbstironie. Als er dann auch noch in einem Sketch seinen Part als Enterprise-Captain Jean-Luc Picard aufnahm und seine Paraderolle in kurzen Hosen als Kapitän des „Traumschiff Enterprise“ parodierte, flogen ihm die Herzen des Publikums zu. Das „Traumschiff“ heißt in Amerika „Love Boat“ und natürlich ist das erfolgreiche deutsche Format nur die wiedergekäute Grütze des amerikanischen Originals. Aber das nur am Rande. Film ab.
Dieses Bild entstand am Flughafen „Konrad Adenauer“ um 01:09 Uhr in der Nacht zum Startschuss des kölschen Straßenkarnevals.
Ein Beispiel für großartige Werbung: hundertprozentiger Mut zum Understatement – das Produkt ist nicht im Bild, sein Name auch nicht. Da aber in Köln die Farbe Rot mit dem Produkt „FRÜH Kölsch“ untrennbar verbunden ist und zudem die Kampagne lange eingeführt ist, kann man dieses Motiv wagen. Und offensichtlich hat sich die Agentur auch gegen ein beliebtes Kundenargument durchgesetzt: „Ja, ävver do es doch noch Platz op datt Plakaaaat. Do kann man doch noch jet hinschrivve!“ („Da ist doch noch Platz auf dem Plakat, da kann man doch noch was hinschreiben.“) Nein. Genau so ist es witzig. Was die Agentur Counterpart da für das Kölner Nationalgetränk tut, spielt in einer Liga mit der allseits geschätzten ewigen LUCKY-STRIKE-Kampagne, die die Agentur GREY seit 1989 (!) fährt.
Mir ist gerade aufgefallen, dass ich nicht mehr präventiv zusammenzucke, wenn in den Nachrichten eine Meldung mit „Der amerikanische Präsident…“ anfängt.
Error: No connected account.
Please go to the Instagram Feed settings page to connect an account.
Mit dummen Menschen zu streiten ist wie gegen eine Taube Schach zu spielen: Egal wie gut Du spielst, die Taube wird alle Figuren umwerfen, auf das Brett kacken und herumstolzieren, als hätte sie gewonnen.Unbekannt
[rev_slider alias=“rauchen“ /]
Guten Tag. Mein Name ist Sven K, das Internet ist seit 1996 meine Eckkneipe. Herzlich willkommen.
Guten Tag. Mein Name ist Sven K. Das Internet ist seit 1996 mein Wohnzimmer. Herzlich willkommen.
Geknipst
Error: No connected account.
Please go to the Instagram Feed settings page to connect an account.
