Zweiter Mime: Morgen habe ich einen Funk … Kinderstunde … „Schneewittchen“ … Ich spiele einen Zwerg …
Erster Mime: Welchen?
Zweiter Mime: Den vierten …
Erster Mime: Wie legst du ihn an?
Zweiter Mime: Hintergründig.Helmut Qualtinger und Johann Sklenka in „Der Menschheit Würde ist in Eure Hand gegeben“ aus dem Programm „Hackl vor’m Kreuz“ (1959)
Didier Conrad, dem Albert Uderzo gerade den Zeichner-Staffelstab übergeben hat, muss noch zu seinem Asterix-Strich finden; sein oft grober Pinsel erinnert an vielen Stellen mehr an Lucky-Luke-Zeichner Morris, als an Uderzo und so wirken besonders die bei Uderzo filigran blitzenden Augen von Asterix, zu zögerlich hingetuscht, etwas lebensleer. Wahrscheinlich würde es helfen, wenn Conrad einfach seine Originale etwas größer anlegte um in der Detailzeichnung freier zu werden.
Ansonsten kann man „Asterix bei den Pikten“ wieder lesen, zumindest im Original – wenn auch es selbst dort wieder peinlich ist, wenn Rock’n’Roll- und Beatles-Titel zitiert werden; platte Aktualitätsbezüge passen einfach nicht in die Reihe und wirken peinlich, auch wenn sie, wie hier die Beatles, selbst schon 40 Jahre Geschichte sind.
In der französischen Version stimmt auch das Lettering, auch wenn es nicht mehr die Handschrift von Uderzo ist, aber immerhin ist es Handlettering und kein nachlässig zusammengezimmertes Computerlettering, wie in der deutschen Version.
Aber, trotz allem: ein unerwartet Hoffnung erweckendes Reboot; bin neugierig, was für Geschichten das neue Duo zu erzählen hat, sobald es vom Erwartungsdruck des Publikums und der Gängelung der Erbengemeinschaft Uderzo/Goscinny befreit ist. Denn Asterix war, als er gut war, das Werk zweier Rebellen der französischen Comicindustrie und keine Konfektionsware.
Erstaunlich, wie schnell das Coolness-Image von Rauchen verschwunden ist, wie Raucher jetzt meist mit derselben Abfälligkeit angesehen werden, wie Menschen, die mitten auf der Straße die Schnapsflasche ansetzen.
Faszinierend. Fundstück von Tobias Richter: Grandioser zeitgemäßer Trailer für einen alten Film. Nur müsste man jetzt, um ein zeitgenössisches Publikum am Einschlafen zu hindern, auch den ganzen Film auf dieses Tempo schneiden. Wahrscheinlich bliebe dann noch eine halbe Stunde übrig von Star Trek – The Motion Picture.
„You take a pencil and you make a dark line, then you make a light line and together it’s a good line. There’s so many good things!” (Peter Falk, „Der Himmel über Berlin“, 1986.)
Peter Falk kann sich nicht mehr daran erinnern, dass er Schauspieler und Zeichner war. Der Arzt, der jetzt die rasch fortschreitende Demenz der 81jährigen TV-Ikone für das Vormundschaftsgericht attestierte war besonders betroffen davon, dass Falk sich nicht mehr daran erinnern kann, jemals Columbo gewesen zu sein.
Freddy Feinbein[efn_note]Name in Gedenken an den unübertroffenen Comic-Anarchisten Don Martin und dessen kongenialen Übersetzer Herbert Feuerstein geändert.[/efn_note] präsentiert sich in seiner Website als rundum unabhängiger, so gut informierter wie fortschrittlicher Berater und Speaker. Gleichzeitig brüstet er sich damit, für Nestlé und Shell zu arbeiten, oder gearbeitet zu haben. Naja, zumindest ist er ehrlich: Das geschieht in der Rubrik „Ich bin käuflich“.
Es sollte der Demokratie verboten sein , sich selber auszuhebeln. Kleinkindern nimmt man ja auch den Naschkram an det Supermarktkasse wieder weg.
Kaum ist John LeCarré unter der Erde, lässt die Qualität des internationalen Spionageromans enorm nach: „Sarensemal, warum wollten Sie mich eigentlich vergiften?“ – „Och. Ja, datt is ne lange Jeschichte. Wachtensemal, ich hol mir schnell ein Käffken und dann erzähl ich Ihnen das.“
Vor Jahren gaukelte mir eine Frau im Chat vor sie sei, bevor sie nunmehr mit dem greisen Peter O’Toole das Bett teile, mit Patrick Stewart zusammen gewesen. Heute twittere ich mit Brent Spiner. Die Zeiten ändern sich.
Sven K. – JournalSven Knoch2026-09-14T02:38:49+02:00
