Wolfgang Lüchtrath. Heute kann ich mir vorstellen, dass es mehr als die offiziellen Rückenprobleme waren, die ihn 1989 mit der Comedy aufhören ließen, obwohl er zu den Wenigen gehörte, die Möglichkeiten und Beziehungen genug hatten, in die Riege der Spaßmillionäre aufzusteigen.
Man macht sich so schnell unbeliebt, wenn man die Fragen stellt.
Freddy Feinbein[efn_note]Name in Gedenken an den unübertroffenen Comic-Anarchisten Don Martin und dessen kongenialen Übersetzer Herbert Feuerstein geändert.[/efn_note] präsentiert sich in seiner Website als rundum unabhängiger, so gut informierter wie fortschrittlicher Berater und Speaker. Gleichzeitig brüstet er sich damit, für Nestlé und Shell zu arbeiten, oder gearbeitet zu haben. Naja, zumindest ist er ehrlich: Das geschieht in der Rubrik „Ich bin käuflich“.
Wer 2016 nicht in einem Erdloch verbracht hat, müßte langsam ansatzweise erfühlen können, warum Tucholsky sich entleibt hat.
Supertramp war ein großartiges Konzert, 2002 auf der Bonner Museumsmeile. Obwohl ohne Roger Hodgson und daher mit viel zu viel von Rick Davies’ Jazzkaprizen. Barclay James Harvest war ein großartiges Konzert. Obwohl 2002 in der eher tristen Bad Godesberger Stadthalle und obwohl Drummer Mel Pritchard, der nur kurz nach der Tour an einem Infarkt sterben sollte, meist kraftlos neben der Schießbude saß und anderen das Trommeln überließ und obwohl ohne John Lees, was dazu führte, dass als bei den Zugaben erwartungsfroh „Hymn!!!“ gerufen wurde, Frontmann Les Holroyd mit einem trockenen „wrong band“ abwiegelte. Joe Jackson live zu sehen war wie immer ein Vergnügen obwohl er im Kölner Gürzenich die denkbar mieseste Akustik hatte, seine Bühne nicht richtig aufbauen konnte und außerdem erkältungsbedingt immer wieder mal einen Song neu ansetzen musste. Leonard Cohen war auch 2008 großartig, seine Altersironie ist pures Vergnügen. Aber dass er die Berliner O2-Arena spielt, wo ihn wirklich niemand sehen kann, das war schon ziemlich geht so.
An all das denke ich und werde ganz melancholisch, wenn ich Herrn Paulsen lese, der nach dem Besuch eines ZZ-Top-Konzerts schreibt:
Ach, ja. Wenn das mal mit dem Loslassen so einfach wäre im Leben. So ganz generell…
Was übrigens heute immer noch funktioniert: Jethro Tull (oh, ja) und, yes: YES – heute wie früher.
Inspiriert vom Video „Remind Me“ der norwegischen Downbeat-Elektrorocker Røyksopp schnitzte Tomas Nilsson, der im schwedischen Norrköping Kommunikationsdesign studiert, seine Magisterarbeit in Mediengestaltung. Die Aufgabe war, eine eigene Interpretation des Märchens vom Rotkäppchen zu erarbeiten. Nilsson gelingt nicht nur das mit viel Liebe zu urkomischen Details, er karikiert in einem Abwasch auch noch eine Meetingkultur, die in Zeiten von Google SketchUp nicht mehr ohne immer aufwändigere digitale Projektpräsentationen auskommt. Den Soundtrack liefert Slagsmålsklubben mit „Sponsored By Destiny“.
[gefunden über logbu.de]23 septembre 1998 Jacques HIGELIN interprète „Paradis paiën“ en s’accompagnant au piano dans „Le cercle de minuit“ Institut National de l’Audiovisuel, http://www.ina.fr
- „[irgendwas einsetzen], mal anders.“
- „Nach dem Motto [irgendwas einsetzen] … „
- „[irgendwas einsetzen] und Co. … „
Mach doch bitte, bitte jetzt Teil 3, Wim Wenders. Compañero. Die Engel treffen sich nicht mehr in der Bibliothek, sondern auf dem leeren Flughafen BER. Beginnen würde der Film vielleicht mit Damiel und seiner Tochter im Sony Center, wo Nick Cave im Kaisersaal ein neues Album vorstellt. Raphaela ist auch da, auch sie ist unter die Menschen gegangen und älter geworden und Willem Dafoe könnte wieder Emit Flesti geben, der sieht ja seit 1990 unverändert aus. Und warum kitzelt Cassiel nicht mehr hinterm Ohr?
Bei der Gelegenheit stelle ich fest, dass mit Roger Willemsen ungemein fehlt …
https://youtu.be/RI2ycpc7YQc
In der Warteschlange bei der Post.
Der Mann schräg links hinter mir packt nach 3 Minuten sein Handy aus, wählt und beglückt mein Ohr aus 10 Zentimetern Abstand mit diesem Diskurs (urkölschen Dialekt dazudenken):
„Ja, Tach. Sie hatten für diesen Freitag die 10. Etage des Pascha gemietet.“
„… (unverständliches Gebrabbel am anderen Ende) …“
„Wie viele Personen kommen denn dieses Mal?“
„…“
„Okay, 15 Männer. Dann sag ich mal, wir machen 30 Frauen, das müsste passen.“
„…“
„Aha. Dieses Mal wieder alles Anwälte?“
„…“
„Dann machen wir 30 Frauen und 2 Transvestiten.“
Sven K. – JournalSven Knoch2026-09-14T02:38:49+02:00
