Der Spiegel will schreiben, was Sachsen und Thüringer wirklich bewegt, zwei Tage bevor sie mehrheitlich Nazis wählen werden. Auf den Link geklickt sehe ich zwei hochdruckrote Suffköppe; Einer saugt Zigarettenrauch ein, beide sind in Reichskriegsflaggen gehüllt. Ich will schon nicht mehr wissen, was die beiden wirklich bewegt.
Es hatte schon was für sich, dass früher ausgebildete Schauspieler wie Dagmar Berghoff oder Hans-Joachim Kulenkampff beim Fernsehen arbeiteten, für die es zum Handwerk gehörte, dass man sich – ob es sich um die Nachrichten oder große Samstagabendshows handelte und auch mal kurz vor der Sendung – den Text auswendig draufpackte. Wäre das heutige Fernsehen eine Autoreparaturwerkstatt, würde der Chef eine technisch komplett unbeleckte Blondine mit dicken Titten zur Mechanikerin erklären und im tief dekolletierten Blaumann in die Werkstatt stellen anstatt einen Mechaniker zu engagieren. (Danke Stefan Niggemeier)
http://vimeo.com/100000410
Die Welt dreht sich weiter
Sachma nix
Der Frühling lugt um die Ecke
Wenn jetzt Worte wären
Würde Hanns Dieter Hüsch was erzählen
Sachma nix
Bei einem Stücksken Aprikosenkuchen
Unterm Regenbogen in einer niederrheinischen Viehversteigerungshalle
Im Frühling kann man seine Stimme hören
HDH, Niederrhein, Free Jazz und Progrock
Plötzlich ist das alles wieder da
Auch in Berlin und
HDH
Der Hüsch
Längst ein Gänseblümchen
Kichert sich eins
Nebenbei gekichert
Wie nur Hüsch verhuscht
Nebenbei kicherteSachma nix
Die Welt dreht sich weiter
Bald sind auch wir Gänseblümchen
Und Schlüsselblumen
Und kichern auf einer niederrheinischen Wiese
Mit der Frühlingssonne
Um die WetteSchade nur, dass wir das dann nicht mehr mitkriegen
Aber das ist uns dann auch egal
Denn der Hüsch lugt um die Ecke
Und der liebe Gott serviert AprikosenkuchenWürde man alle Foren schließen, in denen die Stammuser ausnahmslos jeden postenden Gast, der einen Thread eröffnet, zum Horst erklären um dann alle Posts von Hü nach Hott zu verschieben ohne je zum Thema Stellung zu nehmen – es gäbe auf einen Schlag neunzig Prozent aller Foren nicht mehr. Mindestens.
Chaval finit par se suicider chez lui le 22 janvier 1968 à Paris, au gaz après avoir calfeutré la porte et affiché cet avis « Attention, Danger d’Explosion ».Wikipeedia
Reklame ist etwas, an das alle Menschen gewöhnt sind. Nachts rast Birne über die Stadt hin und her und zeichnet eine gelbe Schrift an den Himmel. Sie heißt: „Pipi trinken!“ – „Wir haben kein Pipi“, sagt der Wirt. – „Wir wollen aber Pipi“, sagen die Gäste und rufen, „Pipi, Pipi, Pipi!“Aus: Günter Herburger, Birne kann noch mehr; S. 33 ff. Luchterhand 1971
Auffällig ist, wie kritik- und kriterienlos Kunden grafischer Dienstleistungen auftreten. Wenn es um Fußball oder das Auto geht nimmt es der Teutone ganz genau. Er informiert sich, er weiß Bescheid und er legt gern Geld für Stadionticket und einen schicken neuen Flitzer hin. Mit Grafik ist das anders. Wäre Fußball eine grafische Dienstleistung, wüßte der Durchschnittsbürger Bayern München nicht von einem Regionalligaverein zu unterscheiden (gut, das geht auch den Leuten mit Kenne derzeit so) und man könnte ihm erzählen, der Ottomotor sei von einem greisen ostfriesischen Komiker erfunden worden. Davon profitieren die Wegelagerer des grafischen Gewerbes, die erfolgreich Drittliga-Gestaltung als High-End-Grafik anpreisen (und abrechnen). Ein Auszug aus der philosophischen Abteilung eines digitalen Dienstleisters:
„Kreativität ist ein schöpferischer Prozess, der nicht erlernbar ist sondern nur als eine vorhandene Gabe entdeckt und angenommen werden kann. Diese Gabe gilt es zu entdecken und zielgruppenorientiert und kundenspezifisch einzusetzen.“
Eine Gabe, die ein Prozess ist, der angenommen werde kann. Aha, aha. Herr Präsident, ich nehme die Kreativität an, sowahr mir Gott helfe. Und die Rubrik „unsere Philosophie“ ist nur eines der gern betretenen Fettnäpfchen in den Selbstdarstellungen grafischen Wegelagerertums, das gern in Begleitung von überheblichem Schwulst mit als Serviceleistung getarntem Dilettantismus große Teile Marktes überschwemmt.
Kreativität als schöpferischen Prozess weder entdeckt und angenommen haben die beauftragten Gestalter eines beliebten Open Airs, dessen bewerbendes Portal bei der Auftragsvergabe entweder strunzbesoffen oder pathologisch ästhetikresistent gewesen sein müssen – hier das Ergebnis der [sic!] schöpferischen Prozesse des sich gleich unter dem Seitenkopf mit einem saftigen „powered by“ in Szene drängende Webdienstleisters:
Das hat den ästhetischen Charme einer Internet gewordenen Powerpointpräsentation der Klofrau des Hausmeisters, das ästhetische Unterlassungsdelikt fällt aber niemand auf, denn die Kundschaft scheint so blind wie die Dienstleister. Noch ein Beispiel, diesmal aus der Welt der analogen Herrlichkeiten: Um ein 17.000köpfiges Publikum – so viele gehen in die Berliner O2-Arena – warben die Ostrock-Veteranen „Die Puhdys“ mit den folgendem visuellen KO-Tropfen samt typografischer Vergewaltigung:
Gut, man kann schon sagen: „Bei denen ist das egal, die füllen in Ostberlin jede Halle, auch wenn sie benutztes Klopapier anschlagen.“ Natürlich. Man kann auch ein perfekt gegrilltes Filetsteak in eine Pappschale werfen und im zugigen Bahnhofsgrill neben irgendeinem nach Pisse stinkenden Faktotum servieren. Man kann das machen und es wird gemacht, weil es wirtschaftlich Sinn macht: Wenn man ihr lange genug Scheiße aufs Auge haut, wird die Kundschaft am Ende blind. Und das Gesetz der größten Schnittmenge lehrt: Blinde brauchen keine Blümchentapete.
Natürlich ist das alles ganz weit hergeholt. Am Ende geht Scheiße natürlich doch nicht für Gold durch, und die Kundschaft macht – und das ist der Immobilienskandal der Grafikbranche – schließlich kein Geld mehr für Plakate und Internet locker, weil sie in jeder Hinsicht mit nichts Gutem mehr rechnet.
Und das ist scheiße.
Trump für Friedensnobelpreis nominiertSPIEGEL ONLINE
Nicht erstaunlich. Auch Adolf Hitler war mal nominiert. Im selben Jahr wie Gandhi übrigens.
„Der Kampf gegen die Zeit, der Kampf gegen den Tod, der sinnlose Kampf gegen die Sinnlosigkeit eines idiotischen, bewusstlosen Kosmos, und mit einem Faustkeil in der erhobenen Hand steht man da auf der Spitze des Berges, um dem herabstürzenden Asteroiden noch mal richtig die Meinung zu sagen.“Wolfgang Herrndorf (nach Diktat verreist)
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Mit dummen Menschen zu streiten ist wie gegen eine Taube Schach zu spielen: Egal wie gut Du spielst, die Taube wird alle Figuren umwerfen, auf das Brett kacken und herumstolzieren, als hätte sie gewonnen.Unbekannt
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Guten Tag. Mein Name ist Sven K, das Internet ist seit 1996 meine Eckkneipe. Herzlich willkommen.
Guten Tag. Mein Name ist Sven K. Das Internet ist seit 1996 mein Wohnzimmer. Herzlich willkommen.
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