Die meisten Künstler, die derzeit in Berlin rumlaufen sind nur Kids, die genug Kohle haben, um sich Leinwand und Farbe zu kaufen. Wie Freizeitmucker, die glauben, sie würden besser, wenn sie sich ein teureres Instrument kaufen.
Vor Jahren gaukelte mir eine Frau im Chat vor sie sei, bevor sie nunmehr mit dem greisen Peter O’Toole das Bett teile, mit Patrick Stewart zusammen gewesen. Heute twittere ich mit Brent Spiner. Die Zeiten ändern sich.
Ich sah den belgischen Rocker Arno Hintjens 2007 beim Francophonics Festival in der Berliner Kulturbrauerei. Nach dem Konzert wurde ich dem verkaterten Belgier im benachbarten Restaurant La Muse Gueule vorgestellt. „Wer bist Du, wo kommst Du her?“ fragte er und nippte am Wein. Ich bin immer supernervös, wenn ich in Belgien weltberühmten Rockern vorgestellt werde und antwortete: „Ich war eben auf dem Konzert eines verkaterten Belgiers“. Er quälte ein Grinsen hervor, nickte und verkroch sich wieder im Nachtprogramm seines Schädelkinos.
Es folgte Smalltalk über Wein, währenddessen er ein paar mal an seinem Rotwein nippte und bald aufstand um sich zu verabschieden. Trotz der Gesprächsavancen seiner Vorgruppe, einer lesbischen Folk-Rockerin, die sehr nervös schien angesichts des in Belgien weltberühmten Rockers. Der ging mit einem Blick wie aus einem seiner Songs: Excuse me, I’m not good company …
Die Folk-Rockerin stand nach dem Konzert lang in der Discothek, nippte an irgendeinem Getränk, und alles an ihr sagte: Excuse me …
„You take a pencil and you make a dark line, then you make a light line and together it’s a good line. There’s so many good things!” (Peter Falk, „Der Himmel über Berlin“, 1986.)
Peter Falk kann sich nicht mehr daran erinnern, dass er Schauspieler und Zeichner war. Der Arzt, der jetzt die rasch fortschreitende Demenz der 81jährigen TV-Ikone für das Vormundschaftsgericht attestierte war besonders betroffen davon, dass Falk sich nicht mehr daran erinnern kann, jemals Columbo gewesen zu sein.
Muhaha. Jetzt hab ich’s. Putin besticht längst deutsche Verfassungsrichter, Höcke, Weidel & Co. durchmarschieren zu lassen, und wenn die AfD endlich regiert, kann er in Deutschland einmarschieren, behauptend, er müsse uns von den Nazis befreien. Militärische Spezialaktion, Version D.
- „[irgendwas einsetzen], mal anders.“
- „Nach dem Motto [irgendwas einsetzen] … „
- „[irgendwas einsetzen] und Co. … „
Der Schauspieler Dietrich Hollinderbäumer und ich hatten, das haben wir bei einer Premierenfeier der Serie „Pastewka“ einmal festgestellt, dieselbe Sprechlehrerin. Sie hieß Kerstin Forsmark und sie hatte seit den frühen Theatertagen Ingmar Bergmans am Königlichen Dramatischen Theater Stockholm allen Schauspielern den korrekten Sitz der Stimme und den Wohlklang des „Reichsschwedisch“ beigebracht. Am Ende der Ausbildung durfte ich übrigens am Staatstheater dann was spielen? Einen italienischen Diener. Und er, Schüler von Ingmar Bergman, Burgschauspieler, Papa Pastewka, Oliver Welkes Ulrich von Heesen?
Seit einigen Jahren hat er [Hollinderbäumer] nun eine Agentin in Helsinki, die ihm ermöglicht, ab und zu für Filme in Skandinavien vor der Kamera zu stehen. „Aber dann kriege ich so Rollen wie deutsche Offiziere. Leider, denn ich will ja schwedisch sprechen.“ Das Schicksal Hollinderbäumers, eines deutschen Schauspielers, der sein Handwerk einst in Schweden gelernt hat.„Heute-Show“-Star Dietrich Hollinderbäumer ist Herr der Nebenrollen – Stars & Promis – Berliner Morgenpost
Gemein. Der Deutsch-Schwede ist mit Schwedisch als erster und Muttersprache aufgewachsen und mir hatte Kerstin Forsmark gesagt, mein Schwedisch sei besser, als das eines mit breitem Stockholmer Lokaldialekt sprechenden Mitschülers. Aber die Schweden haben Angst um ihr Idiom, so lassen sie Deutsche, auch wenn sie akzentfrei sprechen, lieber Nazis oder Italiener spielen.
Es stellt sich heraus, dass Truman zwar die Flucht aus dem Studio gelungen ist, dass im weiteren Leben zwar die Welt echt, alle Menschen um ihn herum indes weiterhin Schauspieler sind. Nur wo sind die Kameras? Wer führt diesmal Regie? Für wen wird produziert? Gibt es irgendwo auf der Welt Menschen, deren Drehbuch nicht schon geschrieben ist?
Sven K. – JournalSven Knoch2026-09-14T02:38:49+02:00
