Ein Tag im Leben eines gewissen Zebrastreifens auf der Abbey Road …
Gefunden in dem Herrn Paulsen sein Kiosk. Den Herrn Paulsen muss ich wohl demnächst zu meinem persönlichen DJ ernennen.
Erstaunlich, wie schnell das Coolness-Image von Rauchen verschwunden ist, wie Raucher jetzt meist mit derselben Abfälligkeit angesehen werden, wie Menschen, die mitten auf der Straße die Schnapsflasche ansetzen.
Hiervon hätte ich bitte gern mal die PSD.
[Zum vergrößern Bild anklicken.]Die meisten Künstler, die derzeit in Berlin rumlaufen sind nur Kids, die genug Kohle haben, um sich Leinwand und Farbe zu kaufen. Wie Freizeitmucker, die glauben, sie würden besser, wenn sie sich ein teureres Instrument kaufen.
Es war mal eine Fledermaus, die liebte einen Regenschirm. Einen großen schwarzen Regenschirm, der herausstach aus der Nacht. Ab da war sie verzweifelt, völlig durch den Wind, die Fledermaus.
Es war mal eine Fledermaus, die liebte einen Regenschirm. Einen großen schwarzen Regenschirm, der herausstach aus der Nacht. Verzweifelt war sie fortan, völlig durch den Wind, die Fledermaus. Sie war verliebt in einen Regenschirm! Sie flog auf Autopilot, konnte nicht mehr schlafen, wollte sich nur noch besaufen, sich in irgendeinen Brunnen stürzen – sie liebte einen Regenschirm! Diesen großen schwarzen Regenschirm, der herausstach aus der Nacht.
Und der Regenschirm? Er glitt, ohne groß von der Fledermaus Notiz zu nehmen, aus seinem Etui um eine Bordsteinschwalbe zu beschirmen die am Straßenrand im Regen stand. Dann begab sich das imposante Accessoire in seiner schicken pechschwarzen Kluft auf Reisen. Nach kurzer Debatte steckte ihn, um aufzuschneiden, ein Säbelschlucker in seinen Schlund. Er diente einem Seiltänzer als Balanceinstrument, und eine Zeitlang war er sogar Sozius eines Krawattenhändlers. Auch entfaltete er sich über einer Dauerwelle, damals, am Tag als der Regen kam, lang ersehnt, heiß erfleht.
Während all der Zeit hörte die Fledermaus, die Nachschwärmerin, nicht auf, diesen Regenschirm zu lieben. Wohl suchte sie das Vergessen in einem verlassenen Landsitz aber dort starb sie fast vor Langweile – während der Regenschirm sich mittlerweile auf einem Friedhof hin- und hertragen ließ.
Eines Tages war das Begräbniswetter wirklich schlecht und ein brüsker Windstoß drehte ihn abrupt auf links. Man warf ihn in die Gosse und überließ ihn kopfunter seinem Schicksal. Kurz danach fand sie sein Skelett, während sie sich grad für die Nacht aufhübschte. Sie sah sie ihn da im Müll liegen und rief: „Oh, was für ein Glück! So lange dachte ich, er sei verloren – aber da ist er ja! Der alte Knüppel! Er ist zurück!“ Sie lachte und heulte wie ein Schlosshund, die Fledermaus, die immer verliebt geblieben war in diesen Regenschirm. Und dann, auf dem Dachboden des Rathauses, versprachen sie sich, sich ewig zu lieben, die Fledermaus und der Regenschirm, der Regenschirm und die Fledermaus.
[ Thomas Fersen, « La chauve-souris ». ]Ich habe gelernt, zuzuhören. Mich zu informieren, wenn ich etwas nichts weiß. Zu schweigen, wenn ich nichts zu sagen habe. Freundlich zu sein. Ich hätte nicht gedacht, dass es zu meiner Lebenszeit noch mal dazu kommen könnte, dass das nicht Konsens ist.
Alice Weidel: „Ich bin nicht queer, ich bin nur mit einer Frau verheiratet, die ich seit 20 Jahren kenne.“
Adolf Hitler: „Ich bin kein Nazi. Ich bin nur für die Endlösung.“
Ingmar Bergman habe ich einmal getroffen, im 1987 im Aufzug des Stockholmer Staatstheaters, wo er allgegenwärtig war, wie alle großen alten Männer, zu denen das Ensemble aufschaut, und die lächelnd zurückschauen und alle freundlich ansprechen und ihnen die Hand auf die Schulter legen wie Päpste oder der Dalai Lama. Ich sah ihn da mit seinem Stock und erinnerte mich daran, gelesen zu haben, dass er sich in Kürze ein neues Hüftgelenk einbauen lassen wolle. Was es wohl in der Kantine gäbe, fragte er lächelnd. „Wahrscheinlich Köttbullar, wie jeden Donnerstag“, sagte ich. „Wahrscheinlich“, sagte er und im Gehen „Schönen Tag.“ Und ich: „Ja. Tach.“
Vom Glück wegzulaufen vor lauter Angst dass es wegläuft, dass das Himmelblau jäh umschlagt ins Grau in Grau… Hör doch auf, Themawechsel. Vorm Glück wegzulaufen vor lauter Angst dass es wegläuft, sich zu sagen, dass over the rainbow immer noch ein Himmel wartet, der höher ist als above, wo die Götter und der Himmel strahlender sind… Selbst wenn alles scheiße aussieht, selbst wenn uns das Herz blutet und verbrennt – was ist das denn, vor dem Glück wegzulaufen vor lauter Angst dass es wegläuft, abzuhauen wie eine Maus der Bettnische, von der man nur noch kurz die rosa Schwanzspitze und die fiebrigen Augen sieht? Vorm Glück wegzulaufen aus lauter Angst dass es wegläuft, immer wieder zu brüllen „rette sich wer kann“, überzeugt dass es letztendlich nur Unglück gibt? Vorm Glück wegzulaufen vor lauter Angst dass es wegläuft… Sag mir, dass Du mich noch liebst, wenn Du es bringst. Wie froh wäre ich, fändest du was Besseres als vorm Glück wegzulaufen vor lauter Angst dass es dir wegläuft, dir zu sagen, dass over the rainbow immer noch ein Himmel wartet, höher als above, wo die Götter und der Himmel noch strahlender sind.
[ Serge Gainsbourg, « Fuir le bonheur », Deutsch von Sven K. ]Musik ohne Text von Alex:
Wenn Sie stark genug sind für Jane Birkin, die stark genug war, diesen Text ihres Lovers zu singen, klicken Sie HIER!
Kurz darauf schickte Gainbourg Jane Birkin übrigens tatsächlich in die Wüste, nicht ohne ihr ein Lied zu widmen: « Je suis venu te dire que je m’en vais » – „Ich bin gekommen um dir zu sagen, dass ich geh“ und es gibt sogar ein Musikvideo mit ihr und ihm, wo sie an einem Kniepentisch sitzen und das sie durchweint, während er Kette raucht und diesen seinen Text absondert. HIER die Live-Version von Gainsbourg, die später aufgenommen wurde und wo ich versucht bin, mich zu fragen: warum bist du vor deinem Glück weggelaufen? Vielleicht hat es mit dem Künstlerleben zu tun, wie es Léo Ferré HIER beschreibt.
Sven K. – JournalSven Knoch2026-09-14T02:38:49+02:00
