Naja, das Problem ist ein altes und das hat damit zu tun, dass Berlin in dem Sinne wirklich nie diese Bürgerschaftseigenschaften und bürgerlichen Eigenschaften, Tradition des Citoyens wirklich verinnerlicht hat. Das ist ein Drama, das man also schon seit vielen Jahren verfolgen kann, aber interessanterweise ist der schon altbekannte, vor allem auch übrigens Westberliner Provinzialismus, eigentlich durch die Tatsache des Berlinumzuges, wo man ja hoffen konnte, es sind eine Unzahl an Menschen in Berlin, die politisch tätig sind. Die ganze Regierungsabteilung ist gewissermaßen hier, aber der Provinzialismus ist nicht kleiner geworden.
Im Gegenteil, diese Mittelmäßigkeit, auch die Form des Verbockten, die Bürgermeister, in dem Falle ganz Kai Wegener, exemplarisch zum Ausdruck, sie ist nicht kleiner geworden. Insofern muss man sagen, es fehlt hier schlichtweg an Engagement für diese Stadt und das hat damit zu tun, dass Berlin so groß ist, traditionell und so zerfällt in seine kleinen Stadtteile, dass so etwas wie bürgerliches Empfinden, Bereitschaft sich dafür einsetzen, eigentlich in nur geringem Maße vorhanden ist. Das ist ein Berlin Spezifikum, aber es ist natürlich auch ein Stück weit aussagekräftig für die gesamte Politik in Deutschland, bei der wir immer mehr erleben müssen, dass die Stärke der Rechtsradikalen, überhaupt der Populisten an den Rändern, auch dem Umstand geschuldet ist, dass das Engagement in der Mitte viel zu schwach geworden ist.
DLF: Das war der Tag 10.07.2026 – Berliner CDU „Wegner hat die Bevölkerung über Monate belogen“
Dieter Nuhr nannte ich oft nur gern den „Reinhard Mey des Kabaretts“: nett, tut niemand weh, dem hört man gern beim Plaudern zu, ein Mann, dem man gern den Schlüssel für die Wohnung gibt, wenn während des Urlaubs die Katze gefüttert werden muss. Ich revidiere mich. Zitat ab:
Bankenkrise. Fünfhundert Milliarden weg. Fünfhundert Milliarden, das kann man sich gar nicht vorstellen. Schlimm ist, wenn einem 500 Euro fehlen, das ist richtig unangenehm.
Wenn man bei der Bank einen Kredit hat und 500 Euro nicht zurückzahlen kann, das ist unangenehm. Wenn Sie dem da am Tresen erklären müssen: „Jaaa… mein Finanzsystem ist zusammengebrochen…“ Da gucken Sie sich mal die Fresse an, da hinter dem Tresen. Da können Sie zusehen, wie dem die Eckzähne wachsen. Da würde ich gar nicht hingehen. Wenn Sie nicht bezahlen – ist doch egal. Nee, ehrlich. Nix sagen. Post nicht mehr beantworten, Einschreiben nicht mehr unterschreiben, nicht mehr ans Telefon gehen, einfach abwarten. Bis die wachsen, die Schulden, dann wird’s einfacher.
Ja, 500.000 Schulden ist schon viel einfacher. Wenn Sie 500.000 nicht bezahlen können, dann müssen Sie in der Bank schon nicht mehr warten, bis ein Mitarbeiter frei wird. Da werden Sie gleich nach hinten durchgereicht.
Ab 500 Millionen bieten die sogar Kaffee an.
Bei 500 Milliarden kommt die Bundeskanzlerin ganz unverbindlich zum Gespräch dazu. Und sagt: „Ich zahl’ das, ist doch kein Thema.“
Es gehen so wenige zur Wahl, wie sie nicht wissen, was die da im Europaparlament eigentlich für sie machen – im Gegensatz zur Bundestagswahl, zu der so wenige gehen, weil sie nicht wissen, was die da im Bundestag eigentlich für sie machen.
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I like the term “gaslighting” and it comes from classic [Patrick] Hamilton, I understand. I think I’ve heard it in reference to Trump, in terms of gaslighting the whole f*cking country.David Thewlis
Vom Glück wegzulaufen vor lauter Angst dass es wegläuft, dass das Himmelblau jäh umschlagt ins Grau in Grau… Hör doch auf, Themawechsel. Vorm Glück wegzulaufen vor lauter Angst dass es wegläuft, sich zu sagen, dass over the rainbow immer noch ein Himmel wartet, der höher ist als above, wo die Götter und der Himmel strahlender sind… Selbst wenn alles scheiße aussieht, selbst wenn uns das Herz blutet und verbrennt – was ist das denn, vor dem Glück wegzulaufen vor lauter Angst dass es wegläuft, abzuhauen wie eine Maus der Bettnische, von der man nur noch kurz die rosa Schwanzspitze und die fiebrigen Augen sieht? Vorm Glück wegzulaufen aus lauter Angst dass es wegläuft, immer wieder zu brüllen „rette sich wer kann“, überzeugt dass es letztendlich nur Unglück gibt? Vorm Glück wegzulaufen vor lauter Angst dass es wegläuft… Sag mir, dass Du mich noch liebst, wenn Du es bringst. Wie froh wäre ich, fändest du was Besseres als vorm Glück wegzulaufen vor lauter Angst dass es dir wegläuft, dir zu sagen, dass over the rainbow immer noch ein Himmel wartet, höher als above, wo die Götter und der Himmel noch strahlender sind.
[ Serge Gainsbourg, « Fuir le bonheur », Deutsch von Sven K. ]Musik ohne Text von Alex:
Wenn Sie stark genug sind für Jane Birkin, die stark genug war, diesen Text ihres Lovers zu singen, klicken Sie HIER!
Kurz darauf schickte Gainbourg Jane Birkin übrigens tatsächlich in die Wüste, nicht ohne ihr ein Lied zu widmen: « Je suis venu te dire que je m’en vais » – „Ich bin gekommen um dir zu sagen, dass ich geh“ und es gibt sogar ein Musikvideo mit ihr und ihm, wo sie an einem Kniepentisch sitzen und das sie durchweint, während er Kette raucht und diesen seinen Text absondert. HIER die Live-Version von Gainsbourg, die später aufgenommen wurde und wo ich versucht bin, mich zu fragen: warum bist du vor deinem Glück weggelaufen? Vielleicht hat es mit dem Künstlerleben zu tun, wie es Léo Ferré HIER beschreibt.
Wie bekloppt, dass dieses ganze Wirtschaftsgedöns so sehr an der Autoindustrie hängt. Wie absurd, dass Leute, die schon Autos haben, qua „Abwrackprämie“ bewegt werden sollen neue Autos zu kaufen um die Wirtschaft wieder in Gang zu bringen.
Warum beispielsweise keine Abwrackprämie für Ehepaare? „Wer sich scheiden lässt, bekommt 2000 Euro!“ Das schüfe viele frustrierte Singles, die mehr DVDs kaufen, viel Junkfood, Alkohol und Zigaretten konsumieren um schließlich vor der Zeit zu sterben und die Renten- und Sozialkassen nicht zu belasten?
Eben, das wäre nämlich genauso bekloppt.
Sven K. – JournalSven Knoch2026-09-14T02:38:49+02:00
