My hands are in the air, yes, I’m in love
„Reke-tuk-te-kung, ke-teke-ruke-tung-tung!” (Sokrates)
[ Die Frau ist auch live ein Schätzken HIER. Der Sound beim Song ist vernachlässigenswert, die Anmoderation ist zum Küssen. ]
„What?!…” (Emilíana Torrini Davíðsdóttir)PS: Fuck Germany’s Next Topmodel.
We'll Carry On
[ Roger Hodgson: „Two Of Us“, Live in Montreal 2006. ]PS: An ihm hat’s nicht gelegen, dass die Supertramp-Reunion nie zustande kam. Hodgson hat’s mehrfach angeboten, Rick Davies hat abgelehnt. Der wollte mit dem Rest der Jungs einfach nur sein Jazzdings weitermachen. Und außerdem kommt, wenn einer in der Band Charisma hat, immer auf. Hodgson macht weiter mit Musik.
Muss der wo das hier komponiert hat…
…eigentlich auch erst sterben, damit ihn wieder wer wieder hört?
Immerhin hat der Komponist all dieser sehr geilen Scheiße, der jeden verklagt, der sich ein Abbild von ihm macht (als Extremmasochist verklagt er besonders gerne seine Fans), mittlerweile eine lustige Homepage – die allerdings so unintuitiv zu bedienen ist, dass man versteht, warum er das Web nicht versteht (ach, ja: der Eintritt kostet 77 Dollar, ausziehen kostet extra und auf den Mund küssen ist verboten):
Trost
you’ll be given love / you’ll be taken care of / you’ll be given love / you have to trust it / maybe not from the sources / you have poured yours / maybe not from the directions / you are staring at / trust your head around / it’s all around you / all is full of love / all around you / all is full of love / you just aint receiving / all is full of love / your phone is off the hook / all is full of love / your doors are all shut / all is full of love! / all is full of love.
[ Björk, „All Is Full Of Love“ , 1999. ]Lhasa De Sela: Who By Fire
Gottseidank ist Atmen ein Reflex.
[ Lhasa de Sela: Who By Fire, Musik & Text: Leonard Cohen (1974). ]Thomas Fersen: Die Fledermaus
Es war mal eine Fledermaus, die liebte einen Regenschirm. Einen großen schwarzen Regenschirm, der herausstach aus der Nacht. Ab da war sie verzweifelt, völlig durch den Wind, die Fledermaus.
Es war mal eine Fledermaus, die liebte einen Regenschirm. Einen großen schwarzen Regenschirm, der herausstach aus der Nacht. Verzweifelt war sie fortan, völlig durch den Wind, die Fledermaus. Sie war verliebt in einen Regenschirm! Sie flog auf Autopilot, konnte nicht mehr schlafen, wollte sich nur noch besaufen, sich in irgendeinen Brunnen stürzen – sie liebte einen Regenschirm! Diesen großen schwarzen Regenschirm, der herausstach aus der Nacht.
Und der Regenschirm? Er glitt, ohne groß von der Fledermaus Notiz zu nehmen, aus seinem Etui um eine Bordsteinschwalbe zu beschirmen die am Straßenrand im Regen stand. Dann begab sich das imposante Accessoire in seiner schicken pechschwarzen Kluft auf Reisen. Nach kurzer Debatte steckte ihn, um aufzuschneiden, ein Säbelschlucker in seinen Schlund. Er diente einem Seiltänzer als Balanceinstrument, und eine Zeitlang war er sogar Sozius eines Krawattenhändlers. Auch entfaltete er sich über einer Dauerwelle, damals, am Tag als der Regen kam, lang ersehnt, heiß erfleht.
Während all der Zeit hörte die Fledermaus, die Nachschwärmerin, nicht auf, diesen Regenschirm zu lieben. Wohl suchte sie das Vergessen in einem verlassenen Landsitz aber dort starb sie fast vor Langweile – während der Regenschirm sich mittlerweile auf einem Friedhof hin- und hertragen ließ.
Eines Tages war das Begräbniswetter wirklich schlecht und ein brüsker Windstoß drehte ihn abrupt auf links. Man warf ihn in die Gosse und überließ ihn kopfunter seinem Schicksal. Kurz danach fand sie sein Skelett, während sie sich grad für die Nacht aufhübschte. Sie sah sie ihn da im Müll liegen und rief: „Oh, was für ein Glück! So lange dachte ich, er sei verloren – aber da ist er ja! Der alte Knüppel! Er ist zurück!“ Sie lachte und heulte wie ein Schlosshund, die Fledermaus, die immer verliebt geblieben war in diesen Regenschirm. Und dann, auf dem Dachboden des Rathauses, versprachen sie sich, sich ewig zu lieben, die Fledermaus und der Regenschirm, der Regenschirm und die Fledermaus.
[ Thomas Fersen, « La chauve-souris ». ]Serge Gainsbourg & Jane Birkin: Comic Strip
Komm Kleines, komm in meinen Comic Strip.
Komm, süße Frau, komm in meinen Comic Strip. Comics sind… Blasen…. Komm, peitsch’ mich WHIP! Und mach CLIP! CRAP! Und BANG! Und VLOP! Und auch ZIP! SHEBAM! POW! BLOP! WIZZ! Ich konter’ dann mit swings und mit uppercuts… Das macht VLAM! SPLATCH! und CHTUCK! Oder auch BOMP! Oder HMMMPF! Und sogar PFFFF! SHEBAM! POW! BLOP! WIZZ! Komm, du liebe, komm in meinen Comic Strip Komm schon, Comics sind… Blasen, komm peitsch mich, WHIP! Und CLIP! CRAP! Und BANG! Und VLOP! Und auch ZIP! SHEBAM! POW! BLOP! WIZZ! Flieg mit mir dann weit über die buildings Das macht WHIN! Beim Abflug und dann macht’s KLING! Und dann mach’ ich TILT! Und das macht BOING! SHEBAM! POW! BLOP! WIZ! Komm, du Geile, komm in meinen Comic Strip… Komm… Blasen, und peitsch mich WHIP! Und CLIP! CRAP! Und BANG! Und VLOP! Und auch ZIP! SHEBAM! POW! BLOP! WIZZ! Kleine! Keine Angst – halt an mir fest CHRACK! Ich bin da CRASH! Beschütz’ Dich garantiert TCHLAK! Schließ’ die Augen CRACK! Und küsse mich SMACK! SHEBAM! POW! BLOP! WIZZ! SHEBAM! POW! BLOP! WIZZZZZ!
[ Serge Gainsbourg, 1969. ]Vorm Glück weglaufen
Vom Glück wegzulaufen vor lauter Angst dass es wegläuft, dass das Himmelblau jäh umschlagt ins Grau in Grau… Hör doch auf, Themawechsel. Vorm Glück wegzulaufen vor lauter Angst dass es wegläuft, sich zu sagen, dass over the rainbow immer noch ein Himmel wartet, der höher ist als above, wo die Götter und der Himmel strahlender sind… Selbst wenn alles scheiße aussieht, selbst wenn uns das Herz blutet und verbrennt – was ist das denn, vor dem Glück wegzulaufen vor lauter Angst dass es wegläuft, abzuhauen wie eine Maus der Bettnische, von der man nur noch kurz die rosa Schwanzspitze und die fiebrigen Augen sieht? Vorm Glück wegzulaufen aus lauter Angst dass es wegläuft, immer wieder zu brüllen „rette sich wer kann“, überzeugt dass es letztendlich nur Unglück gibt? Vorm Glück wegzulaufen vor lauter Angst dass es wegläuft… Sag mir, dass Du mich noch liebst, wenn Du es bringst. Wie froh wäre ich, fändest du was Besseres als vorm Glück wegzulaufen vor lauter Angst dass es dir wegläuft, dir zu sagen, dass over the rainbow immer noch ein Himmel wartet, höher als above, wo die Götter und der Himmel noch strahlender sind.
[ Serge Gainsbourg, « Fuir le bonheur », Deutsch von Sven K. ]Musik ohne Text von Alex:
Wenn Sie stark genug sind für Jane Birkin, die stark genug war, diesen Text ihres Lovers zu singen, klicken Sie HIER!
Kurz darauf schickte Gainbourg Jane Birkin übrigens tatsächlich in die Wüste, nicht ohne ihr ein Lied zu widmen: « Je suis venu te dire que je m’en vais » – „Ich bin gekommen um dir zu sagen, dass ich geh“ und es gibt sogar ein Musikvideo mit ihr und ihm, wo sie an einem Kniepentisch sitzen und das sie durchweint, während er Kette raucht und diesen seinen Text absondert. HIER die Live-Version von Gainsbourg, die später aufgenommen wurde und wo ich versucht bin, mich zu fragen: warum bist du vor deinem Glück weggelaufen? Vielleicht hat es mit dem Künstlerleben zu tun, wie es Léo Ferré HIER beschreibt.
Sting mit Schnäuzer ist lächerlich.
Eine Mischung aus Errol Flynn und Steve Martin. Kurz: ich würde ihm nie einen Gebrauchtwagen abkaufen. Aber man kann ja die Augen zumachen. Denn seine 1989er Interpretation von Bill Withers′ Song „Ain’t No Sunshine“ ist großartig. Sting wird begleitet von Bill Frisell (Gitarre), Fareed Haque (Gitarre), David Sanborn (Saxofon), Hank Roberts (Cello) und Don Alias (Percussion).
I Want To Love You Madly
There may be trouble ahead / But while there’s moonlight and music / And love and romance / Let’s face the music and dance. (Irving Berlin, „Follow The Fleet“, 1936.)
Tanz: Fred Astaire, Ginger Rogers. Music: Cake. Mix: Emily.
Gewinner / Verlierer (Das Sandmännchen ist da)
Ihr kennt die Spielchen, die sie erfunden haben… wie man die ganz oben überholt – auf dass jeder auf der Strecke bleibt, der die Spielchen nicht mitspielt… und ihr seid es, die für ihre Verwüstungen und Exzesse bezahlen. Die, die die Trümmer hinterlassen räumen sie ja nie selber auf. Und doch: wir, die Prügelknaben und Arschlöcher, kurz: alle, die nie nein sagen können – wir sind nicht drauf aus, Gewinner zu sein, aber wir lassen uns auch nicht zu Verlierern abstempeln. Die Liga der Sandmännchen schläfert uns ein, aber wir bleiben mit einem Auge wach. Ja, Scheiße, die Angst, Scheiße, diese Leere und: Scheiße, der Siegeszug der Gier… Bloß sich nicht rühren, scharfe Hunde wachen überall… Bloß keine Mine verziehen, nicht mal dran denken – sonst schlagen sie dir die Tür vor der Nase zu.
Wir haben nichts zu gewinnen – aber auch nichts zu verlieren.
Denn da ist längst nichts mehr.
Da kommst du von weit her, bringst dein Fleisch und dein Blut, und sie versprachen dir das Paradies – aber sie haben gelogen, kein Wort war wahr. Ach, mein Freund, mein Bruder… All deine Kraft geht drauf für ihren Krieg, du siehst die Liebe, die unter ihren Händen auf der Strecke bleibt: „Na, brauchst du Papiere? Na, hast Du mein Schlösschen schon gesehen?“ Das alles wirst du nie haben, das Paradies ist nichts für Loser. Sie brauchen Kanonenfutter, sie brauchen Futter für Spekulanten, und eine Haut zum Anbeißen für die ihre Propaganda. Ja, da ist schon einiges drin… Aber ihr wisst, genau wie ich: das Spiel ist aus, obwohl fast alles rund lief, wenn auch nicht auf die feine Art. Es ist alles beim Teufel, es ist alles am Arsch… Wie ärgerlich, am Ende so in der Schlange der Loser zu landen. Aber indem wir uns keine Illusionen machen sind wir gerüstet für den Kampf – und was unsere Seelen angeht besteht keine Gefahr: Gott ist sicher nicht im Spiel. Verehrte Entscheider aller Couleur, fühlen sie sich von Herzen versichert: wir werden ihren Fortschritt nicht aufhalten. Schaut uns in die Augen, schaut tief in uns rein… Es brennt uns unter den Nägeln, noch unterm Rad… Was uns bleibt, ist die Weigerung, weder zu den Ersten noch den Letzten zu gehören, noch siegreich aus irgendeinem Kampf hervorzugehen.
Wir werden nie Gewinner sein.
Wir werden nie Verlierer sein.
[Noir Désir: „Gagnants / Perdants (Bonne nuit les petits)“, 2008.] [Sekundärliteratur: Noir Désir: Le vent nous portera]]Panik
[kml_flashembed movie=“/wp-content/uploads/2009/03/n-7-r2-2b.swf“ height=“270″ width=“480″ /] [Eine Flash-Animation die ich 2008 für die ProSieben-Show „Noch Besserwissen“ baute. Produktion Grundy LE, Köln.]Indem ich ihn seit Jahren nur noch so dupp-n-dudu-artig nuschelsingen und phlegmatisch über seine Likörmalerei philosophieren höre bin ich immer wieder überrascht, wenn ich Udo Lindenberg mal wieder gepflegt auf eine Schießbude eindreschen sehe. Wie hier bei Klaus Doldingers Passport, wo „Lindi” lange Drummer war. Klickt weiter, um ein Geschmacksmuster zu sehen und zu hören.
Staub im Gepuste
Kenn’ses?
[Kansas, „Dust In The Wind“. Nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Werk eines prominenten Nuschelsängers aus Minnesota.]Vollmond der Entscheidung
Mein zukünftiger Stiefsohn sagt, ich sei „Folk“. Folk ist im Französichen ein Wort mit der Wertigkeit von „alter Sack“. Folglich höre ich Folkmusik, also „alter-Sack-Musik“. Eins ist klar: so schleimt man sich nicht fürs erste Piercing ein. Sondern muss ein richtiges Stück Alter-Sack-Musik hören – oder um es mit dem Hasen Cäsar zu sagen (auch er unrettbar Folk): Biddeschööööön ;-)
Here we stand
Face the future
They say you live and you learn
Got no time
For reflection
Your bridges started to burn.
That was then this is now
That was then this is now
That was then this is nowYou’ve been there,
And you’ve done it.
Had your back to the wall
In the race,
And now you’ve run it
It doesn’t matter at all.That was then this is now
That was then this is now
That was then this is nowDon’t look back,
And don’t you worry
You can’t live for yesterday
Open door
Into tomorrow
You have to take it and break away.That was then this is now
[Barclay James Harvest featuring Les Holroyd „That was then this is now“ vom Album „Revolution Days“ (2002).]
That was then this is now
That was then this is nowTill it Sounded Right
„It’s barbaric, but hey, it’s home.“Arabian Nights, [amazon link=“B06XGBT9WZ“ title=“Disney’s Aladdin“ /]
Die Mode-Depesche via Dem Herrn Paulsen sein Kiosk
Excuse me, I’m not good company
Ich sah den belgischen Rocker Arno Hintjens 2007 beim Francophonics Festival in der Berliner Kulturbrauerei. Nach dem Konzert wurde ich dem verkaterten Belgier im benachbarten Restaurant La Muse Gueule vorgestellt. „Wer bist Du, wo kommst Du her?“ fragte er und nippte am Wein. Ich bin immer supernervös, wenn ich in Belgien weltberühmten Rockern vorgestellt werde und antwortete: „Ich war eben auf dem Konzert eines verkaterten Belgiers“. Er quälte ein Grinsen hervor, nickte und verkroch sich wieder im Nachtprogramm seines Schädelkinos.
Es folgte Smalltalk über Wein, währenddessen er ein paar mal an seinem Rotwein nippte und bald aufstand um sich zu verabschieden. Trotz der Gesprächsavancen seiner Vorgruppe, einer lesbischen Folk-Rockerin, die sehr nervös schien angesichts des in Belgien weltberühmten Rockers. Der ging mit einem Blick wie aus einem seiner Songs: Excuse me, I’m not good company …
Die Folk-Rockerin stand nach dem Konzert lang in der Discothek, nippte an irgendeinem Getränk, und alles an ihr sagte: Excuse me …
When I Was Young
„Wenn ich Sie mir so anguck, könnt ich mir vorstellen, dat die Fantasie von so mancher Dame ganz schön am Kochen fängt!“Adolf Tegtmeier (Jürgen von Manger)
Hach. Je länger ich lebe desto mehr muss ich lachen, wenn knapp zwanzigjährige mit ernster Mine Sätze sagen, die anfangen mit „Als ich jung war…“ Drei Beispiele. Einer ist geliftet. Einer wird mit dem Alter besser. Einer ist tot und war irgendwie auch nie jung, passte also eigentlich gar nicht in die Reihe, könnte man nicht sagen: alle drei haben den Blues. Los gehts mit dem Mann mit der Pudelfrisur.
ALL BY MYSELF, written by: Sergei Wassiljewitsch Rachmaninow (1873-1943) & Eric Carmen (1949-*). Performed by Eric Carmen (1975). Appears on: Eric Carmen (1975), All By Myself (1977), The Best of Eric Carmen (1988, 1999), Ringo Starr & His All Starr Band – Anthology (2003), Absolute 70’s Legends (2007).
Auch mal jung war Bluesman Eric Burdon, der sein „When I Was Young“ ein Jahrzehnt vor Eric Carmen auf den Markt warf und damit den Trend zur präkoxen Altersweisheit vorwegnahm: Burdon war gerade mal 25, als er sein Testament vertonte, das sah damals so aus:
Richtig gut wird der Song aber bei Burdon erst, indem dessen Körper und Seele in den Song hineinwachsen. Die Version auf der 2005er Scheibe „Athens Traffic Live“ ist outstanding. Dieses Video stammt aus dieser Zeit:
Wir wachsen alle in unsere Songs rein. So oder so. Eric Carmen hat mittlerweile die Pudelperücke abgelegt, sich ein paarmal liften lassen und tritt im Rockstar-Streichelzoo von Ringo Starrs „All Starr Band“ auf. Och, Männo. Schade.
Prost, Eric.
À propos. Hier die ultimative Gerstensafthymne. Unsere Nummer eins, bitte immer wiederwählen: Jürgen von Manger. Bitte anschnallen. Und nochmal Prost:
