• Vom Glück wegzulaufen vor lauter Angst dass es wegläuft, dass das Himmelblau jäh umschlagt ins Grau in Grau… Hör doch auf, Themawechsel. Vorm Glück wegzulaufen vor lauter Angst dass es wegläuft, sich zu sagen, dass over the rainbow immer noch ein Himmel wartet, der höher ist als above, wo die Götter und der Himmel strahlender sind… Selbst wenn alles scheiße aussieht, selbst wenn uns das Herz blutet und verbrennt – was ist das denn, vor dem Glück wegzulaufen vor lauter Angst dass es wegläuft, abzuhauen wie eine Maus der Bettnische, von der man nur noch kurz die rosa Schwanzspitze und die fiebrigen Augen sieht? Vorm Glück wegzulaufen aus lauter Angst dass es wegläuft, immer wieder zu brüllen „rette sich wer kann“, überzeugt dass es letztendlich nur Unglück gibt? Vorm Glück wegzulaufen vor lauter Angst dass es wegläuft… Sag mir, dass Du mich noch liebst, wenn Du es bringst. Wie froh wäre ich, fändest du was Besseres als vorm Glück wegzulaufen vor lauter Angst dass es dir wegläuft, dir zu sagen, dass over the rainbow immer noch ein Himmel wartet, höher als above, wo die Götter und der Himmel noch strahlender sind.

    [ Serge Gainsbourg, « Fuir le bonheur », Deutsch von Sven K. ]

    Musik ohne Text von Alex:

    Wenn Sie stark genug sind für Jane Birkin, die stark genug war, diesen Text ihres Lovers zu singen, klicken Sie HIER!

    Kurz darauf schickte Gainbourg Jane Birkin übrigens tatsächlich in die Wüste, nicht ohne ihr ein Lied zu widmen: « Je suis venu te dire que je m’en vais » – „Ich bin gekommen um dir zu sagen, dass ich geh“ und es gibt sogar ein Musikvideo mit ihr und ihm, wo sie an einem Kniepentisch sitzen und das sie durchweint, während er Kette raucht und diesen seinen Text absondert. HIER die Live-Version von Gainsbourg, die später aufgenommen wurde und wo ich versucht bin, mich zu fragen: warum bist du vor deinem Glück weggelaufen? Vielleicht hat es mit dem Künstlerleben zu tun, wie es Léo Ferré HIER beschreibt.

  • „Who is Keyser Soze? Nobody believed he was real. Nobody ever saw him or knew anybody that ever worked directly for him, but  anybody could have worked for Soze. You never knew.“ (The Usual Suspects, USA 1994.)

    Ach, ja – und dann hatten wir ja noch diesen hier:

  • Genug Drink-Rezepte für heute Nacht. Mein Cocktailbuch für @twitkalk und @_PeterRuetten_ , 128 Seiten, gebaut in 10 Tagen. #GesammelteWerke #SchleFaZ @NITRO #Cocktailuch Kommt gut rum, ihr Lieben 🎉

  • Right time, right place ist so üblich wie ein erwähnenswerter Lottogewinn.

    Gern hätte ich noch eine Bar gekannt, in die man unter der Woche nach Mitternacht noch mit dem Taxi zum Feiern und saufen fahren kann. Aber ich war Schauspielstudent und hatte kein Geld um in Stockholm auszugehen: Nur ein großes Bier kostete in der schwedischen Hauptstadt schon in den 1980ern umgerechnet etwa acht Euro. Nicht machbar ohne Arbeitserlaubnis und mit monatlich 750 DM von den Eltern. 450 davon gingen für Miete, Bus und Bahn drauf, 300 blieben fürs Leben und im Supermarkt kostete der billigste Käse fünf Mark (West). Die Mitschüler gingen am Wochenende, sogar unter der Woche aus, ich blieb in der Schule, hasste sie dafür, sich ihrer Privilegien nicht mal bewusst zu sein und statt zu saufen und zu feiern probte und trainierte ich.

    Dann kam diese Nacht, in der ich ich im Rahmen der Wim-Wenders-Werkschau am Filminstitut für die Synchrondolmetscherin eingesprang. Sie hatte die Handke-Dialoge des „Himmel über Berlin“ während der Filmvorführung synchronübersetzt, und völlig fertig zur anschließenden Podiumsdiskussion erschöpft das Handtuch geworfen. Ich hatte mich dann freiwillig gemeldet, zwischen Filmstudenten und Hauptdarsteller zu dolmetschen. Es wurde ein lustiger Austausch zwischen ihm, den ich bewunderte, und mir, ein Dialog, den ich den mir uninspiriert erscheinenden Studenten zwischendurch übersetzte. Sie fragten nach Rolle und Film, nicht nach Mensch und Künstler. Aber Schwamm drüber. Der Künstler war zu dem Zeitpunkt eh eher Mensch und wollte nur noch einen saufen gehen. Mir fiel, wie gesagt, auch nach langem Nachdenken nichts ein. Also fuhr er ins Hotel und ich nahm die U-Bahn in meine Studentenbude.

    Ich war sehr frustriert, traurig und dem Schicksal superböse.

    Schnitt. Wir haben das kleine Besäufnis zehn Jahre später in Köln nachgeholt, nach einer Ringelnatzlesung im dortigen ArTheater. Was war ich stolz, dass er sich da wirklich an unsere Stockholmer Begegnung und die missglückte anschließende Sauftour erinnerte. Zu der Zeit hatte man ihm die harten Drinks schon verboten, also reichte er mir die Schnäpse weiter, die man ihm ausgab, während wir lachten und er ein paar Flaschen Rotwein leerte („Der Doc sagte ‚keinen Schnaps mehr‘, von Wein war ja keine Rede.“).

    Danach waren wir beide etwas schief ins Leben gebaut. Du stiegst betrunken im „Café Sehnsucht“ auf den Tisch und spieltest aus dem „Jedermann“ und diskutiertest lebhaft mit zufällig Anwesenden, ob eine Spülmaschine nun Wasserverschwendung sei oder nicht.

    Und dann nahmst Du wieder das Taxi ins Hotel und ich wankte nach Hause.

    Jetzt wohne ich sogar in seiner Stadt, aber nur seine Stimme ist noch zu hören im Berliner Tipi und sie gemahnt dort, vor der Vorstellung die Handys auszuschalten. Er selbst liegt auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof unter dem in den Boden gepflanzten Zeremonienstab.

    Irgendwann begieße ich das Grab mit einem Schnaps oder zweien. Geht ja jetzt wieder, der Schnaps.

    Right time, right place ist ein Arsch. Erinnerst Du Dich? Peymann sagte, du hättest so tot endlich friedlich ausgesehen. Ich sag: Schade, dass wir nicht noch einmal um die Häuser sind. Jetzt hätte ich die Kohle und ich wüßte auch wohin.

    So oder so: wann immer ich im Berliner Tipi das Handy auf „stumm“ schalte, dann, weil du mich grad dran erinnert hast. Dafür, aber besonders für alles andere: Danke, Mann mit den Schnittblumen!

  • Faszinierend. Fundstück von Tobias Richter: Grandioser zeitgemäßer Trailer für einen alten Film. Nur müsste man jetzt, um ein zeitgenössisches Publikum am Einschlafen zu hindern, auch den ganzen Film auf dieses Tempo schneiden. Wahrscheinlich bliebe dann noch eine halbe Stunde übrig von Star Trek – The Motion Picture.

  • Das schauspielerisch Erlernbare schien ihm unerreichbar, das Unerlernbare ist ihm gegeben.Fritz Kortner über Curt Bois

  • Das Video des New Yorker Singer-Songwriters Oren Lavie zu seinem Titel „Her Morning Elegance“ erinnert an dieses Schmuckstück, das bereits 2009 zu Recht durchs Netz gelobt wurde, der Titel: „Weightless“.

    Der Musik- und Tanzclip ist die Magisterarbeit der schwedischen Innenarchitektin, Möbeldesignerin, Singer-Songwriterin und Szenografin Erika Janunger. Ihre Idee war es, eine Synthese aus Architektur, Tanz und Musik zu schaffen um auszuloten, wie diese Elemente zusammenwirken. Janunger baute das Filmset so, dass es um 90 Grad drehbar war, was den Tänzerinnen viele zusätzliche kreative Möglichkeiten gab. Die Musik komponierte Janunger nachträglich um so die kuriose und auf ihre Art sehr originäre Art der Bewegungen, zu denen dieses Set inspirierte, besser betonen zu können.

    Erika Janunger steht bei „Weightless“ für Choreografie, Bühnenbild, Musik, Text und Gesang. Die Tänzerinnen sind Malin Stattin und Tuva Lundkvist. Kameramann war David Grehn. Für das Kostüm zeichnet Johanna Adebäck, Frisuren und Makeup stammen von Klara Janunger. Den Schnitt besorgte Josefin Truedsson, die Postproduktion lag in den Händen von Gustaf Holmsten.

    Die Idee, Tanz und Musik meit einem drehbaren Bühnenbild zu kombinieren ist nicht neu. Fred Astaire ließ sich für den Film „Royal Wedding“ (1951) ein Set bauen das sogar um 360 Grad gedreht werden konnte, so dass Astaire ohne Schnitt an allen Wänden und der Decke tanzen konnte. Die Nummer mußte in einem Take gedreht werden, da nach mehr als einer Drehung in dieselbe Richtung die Kabel der angeschlossenen Kamera samt Kameramann hoffnungslos ineinander verdreht gewesen wären.

    Diesen anspruchsvollen Bühnenaufbau nannte man in den MGM-Studios damals sinnigerweise „das Hamsterrad“.

  • Ach Jan Fedder … nach Klaus Wennemann und Dieter Pfaff noch ein großer Krimi-Vorraucher, dem die Rechnung des exzessiven Seins in Form eines Karzinoms um die Ohren fliegt. Mach’s gut! Das ist echt nicht fair, dass die Trösterchen, die den Vor-Spielern die Seelen im Lot halten, so giftig sein müssen. Einen Gin Tonic auf Euch!

  • „I would have sold my soul to play in The Godfather. But I never get those parts. They’re not offered to me. That’s all.“Orson Welles

    Ich arbeite nachts, wenn ich viele Projekte gleichzeitig mache. Menschen, mit denen ich vor dreißig Jahren gemeinsam loslegte sind heute ohne mich Millionäre. Ich mache, während sie langsam alle wegen Reichtum geschlossen haben, immer noch viele Projekte gleichzeitig und alle selbst, scheuche keine Praktikanten und Junggrafiker durch die Gegend. Meine Benefits? Ich verbringe meine Nächte mit lustigen, sehr talentierten Menschen. Heute Nacht habe ich Dick Cavett, Alfred Hitchcock und Orson Welles zu danken. It was nice having you.

    https://youtu.be/OvNla9-u6xM

    https://youtu.be/jMh7pbYr8DQ

  • Vor etwas über 20 Jahren veröffentlichte ich in der schwedischen U-Comic Zeitung GALAGO. Es war Winter, ich hatte Grippe – und ich hatte kein Geld. Ich stapfte also eine Stunde durch den Schnee zum Verlag und wollte mein Honorar abholen. Dort gab man mir einen Stapel mit 40 Heften und sagte mir, die könne ich verkaufen und das Geld behalten. Der Held von GALAGO war ein Zeichner namens Pirinen, der zeichnete so lustige Sachen wie den ARLA-Hasen.