Mir ist gerade aufgefallen, dass ich nicht mehr präventiv zusammenzucke, wenn in den Nachrichten eine Meldung mit „Der amerikanische Präsident…“ anfängt.
Keine Idioten! Keine Kriegstreiber! Komm jetzt, lieber Gott – das wäre jetzt der perfekte Moment für eine kleine Demonstration Deiner Allmacht, von der man so viel spricht!
# Wie kann man sich in einer Welt mit um die 17.000 mehr oder weniger einsatzbereiten Atomwaffen, die jeden Ort der Erde innerhalb maximal einer halben Stunde pulverisieren und verstrahlen können noch mehr oder weniger umzingelt fühlen? Love!
Das Lob des Eckregals: Die Briefe sind sicher nicht das Stärkste in Čechovs Werk. Aber es macht viel Spaß, täglich mehrfach an Čechov vorbeizugehen. Zumal in der Übersetzung von Peter Urban, zu dem anzumerken bleibt, wie jammerschade es ist, dass er seine selbstgestellte Lebensaufgabe nicht mehr geschafft hat: den ganzen Čechov in der Chronologie noch einmal zu übersetzen.
Curt Bois 1979 im Interview mit Otto Sander und Bruno Ganz in der WDR-Dokumentation „Gedächtnis“
Gottseidank ist Atmen ein Reflex.
[ Lhasa de Sela: Who By Fire, Musik & Text: Leonard Cohen (1974). ]“I was forced to stare this wild-eyed savage straight in the face, and now I look around and think, ‘Oh, this. This is just life. All of this is just a physical reaction to psychological pain.’” #
Ich finde es ja so erfrischend, wenn ich dieser Tage im Netz Sites finde, in denen sich nicht irgendwelche Nerds in Selbstreferenzen verlieren. Sites, die das Web nicht als Instrument reflektieren sondern es als das nutzen, wozu es als elektronische Verbindung zwischen ein paar Universitäten seinerzeit mal erfunden wurde: zum Transport von Inhalten.
Die Internetpräsenz des Schauspielers Jeff Bridges ist so eine Site.
Bridges nutzt das Web um etwas zu zeigen. Er kommentiert malend und zeichnend die Projekte, an denen er als Schauspieler beteiligt ist. Er stellt selbstfotografierte Fototagebücher online; das sind rohe Bildsammlungen, handschriftlich kommentiert, auf denen zum Beispiel er und die Hollywoodkollegen wie Robert Downey jr. bei der Arbeit an „Iron Man“ zu sehen sind. Jeff Bridges widmet sich seiner Website offensichtlich selbst und er tut das mir viel Verve und Humor. So entsteht auf dem Monitor das Selbstportrait eines Menschen, der seine Arbeit liebt und sie so präsentiert, dass man Lust bekommt, sie anzuschauen.
Wie BILD das Bild von Andreas Lubitz zeigt, aber beschließt, es nicht zu verstehen.
Wir haben es mit einem Mann aus der Mitte unserer Gesellschaft zu tun, der als Figur des Grauens, als bisher größter deutscher Verbrecher des (jungen) 21. Jahrhunderts in die Geschichte eingehen wird. BILD
Bullshit, BILD. Wenn Kranke in Positionen rücken, in denen es in der Natur ihrer Krankheit liegt, dass sie nicht nur für sich selbst, sondern auch für andere eine Gefahr sind, dann ist nicht der Kranke der Verbrecher, sondern wer auch immer dafür verantwortlich ist, dass der Kranke in diese Position gelangen konnte.
Ein Verbrechen vielleicht, grob fahrlässing in jedem Fall ist es, wenn psychologische Eignungstests für Piloten unzureichend sind, ein Verbrechen vielleicht, grob fahrlässing in jedem Fall ist es, wenn die in großen Teilen der Luftfahrtwelt bereits übliche Regel, welche vorschreibt, dass immer zwei Personen im Cockpit sein müssen, nicht gilt und wenn all das begünstigt, dass ein psychisch Kranker seine Krankschreibung zerreißen, als Copilot in ein Linienflugzeug steigen, den Piloten aus der Kanzel aussperren und sich mit 149 anderen Menschen ungespitzt in einen Berg fliegen kann.
So sieht das aus, BILD. Und Du weißt es. Klingt aber natürlich nicht so gut wie demagogisch-pathetisches Gefasel vom größten Verbrecher des 21. Jahrhunderts, klar.
Sven K. – JournalSven Knoch2026-09-14T02:38:49+02:00
