Jetzt neue Regierung in Griechenland, wieder handelt es sich um ein paar hochrangige Spezialisten: den künftigen Ministerpräsidenten Whothefuckis kennt niemand und auch keine Ahnung hat der neue Finanzminister Whathefuckis.
Dieter Nuhr nannte ich oft nur gern den „Reinhard Mey des Kabaretts“: nett, tut niemand weh, dem hört man gern beim Plaudern zu, ein Mann, dem man gern den Schlüssel für die Wohnung gibt, wenn während des Urlaubs die Katze gefüttert werden muss. Ich revidiere mich. Zitat ab:
Bankenkrise. Fünfhundert Milliarden weg. Fünfhundert Milliarden, das kann man sich gar nicht vorstellen. Schlimm ist, wenn einem 500 Euro fehlen, das ist richtig unangenehm.
Wenn man bei der Bank einen Kredit hat und 500 Euro nicht zurückzahlen kann, das ist unangenehm. Wenn Sie dem da am Tresen erklären müssen: „Jaaa… mein Finanzsystem ist zusammengebrochen…“ Da gucken Sie sich mal die Fresse an, da hinter dem Tresen. Da können Sie zusehen, wie dem die Eckzähne wachsen. Da würde ich gar nicht hingehen. Wenn Sie nicht bezahlen – ist doch egal. Nee, ehrlich. Nix sagen. Post nicht mehr beantworten, Einschreiben nicht mehr unterschreiben, nicht mehr ans Telefon gehen, einfach abwarten. Bis die wachsen, die Schulden, dann wird’s einfacher.
Ja, 500.000 Schulden ist schon viel einfacher. Wenn Sie 500.000 nicht bezahlen können, dann müssen Sie in der Bank schon nicht mehr warten, bis ein Mitarbeiter frei wird. Da werden Sie gleich nach hinten durchgereicht.
Ab 500 Millionen bieten die sogar Kaffee an.
Bei 500 Milliarden kommt die Bundeskanzlerin ganz unverbindlich zum Gespräch dazu. Und sagt: „Ich zahl’ das, ist doch kein Thema.“
Wie BILD das Bild von Andreas Lubitz zeigt, aber beschließt, es nicht zu verstehen.
Wir haben es mit einem Mann aus der Mitte unserer Gesellschaft zu tun, der als Figur des Grauens, als bisher größter deutscher Verbrecher des (jungen) 21. Jahrhunderts in die Geschichte eingehen wird. BILD
Bullshit, BILD. Wenn Kranke in Positionen rücken, in denen es in der Natur ihrer Krankheit liegt, dass sie nicht nur für sich selbst, sondern auch für andere eine Gefahr sind, dann ist nicht der Kranke der Verbrecher, sondern wer auch immer dafür verantwortlich ist, dass der Kranke in diese Position gelangen konnte.
Ein Verbrechen vielleicht, grob fahrlässing in jedem Fall ist es, wenn psychologische Eignungstests für Piloten unzureichend sind, ein Verbrechen vielleicht, grob fahrlässing in jedem Fall ist es, wenn die in großen Teilen der Luftfahrtwelt bereits übliche Regel, welche vorschreibt, dass immer zwei Personen im Cockpit sein müssen, nicht gilt und wenn all das begünstigt, dass ein psychisch Kranker seine Krankschreibung zerreißen, als Copilot in ein Linienflugzeug steigen, den Piloten aus der Kanzel aussperren und sich mit 149 anderen Menschen ungespitzt in einen Berg fliegen kann.
So sieht das aus, BILD. Und Du weißt es. Klingt aber natürlich nicht so gut wie demagogisch-pathetisches Gefasel vom größten Verbrecher des 21. Jahrhunderts, klar.
Lernt, wie man mit einem so dicken Pinsel so filigrane Sachen malt! Und Wasserfälle! Quer! Was ich mag: der Mann verließ das Militär um Maler zu werden. Besser als andersrum, wie die Causa Hitler beweist. In diesem Sinne sollten besonders heute wieder viel mehr Staatsmänner zur Malerei wechseln. Selbst ihre grausigsten Bilder können nicht so schlimm sein, wie ihr Wirken auf der politischen Bühne – siehe George W. Bush. Um nur einen zu nennen.
Sekundärliteratur: Bob Ross: 13 Happy Little Facts About the Iconic PBS Painter – Biography.com
Wenn man Baum heißt und dann Brennholzverkäufer wird – ist das fatalistisch?
Über das Fehlen
Sehe ich Hanns Dieter Hüschs Bild im Programm von Kleinkunsttheatern (so nannte man Comedybühnen zur Zeit von Hanns Dieter Hüsch) macht es mir immer noch Stiche im Bauch. Oh wie schön, Hüsch kommt! Ach nein, wie denn … seit er tot ist, kommt er nicht mehr dazu.
„Egal, wo ich hinkomme, Hanns Dieter war gerade schon da“, sagte Dieter Hildebrandt immer gern, und es war ja so: Niemand reiste so viel wie „HDH“, niemand trat so viel auf. Niemand lieferte so oft ein neues Programm, das er dann stapelweise und lesend zur Heimorgelbegleitung abarbeitete, mit abgespreiztem kleinen Finger Blatt für Blatt von einer auf die andere Seite des Stapels ablegend und dabei über den Rand seiner Nickelbrille lugend. Er konnte albern sein, ohne trivial zu sein. Er versagte sich das Prollige, ohne abgehoben zu wirken. Er konnte tief sein, ohne den Kontakt zum Publikum zu verlieren. Er wollte ein Clown sein, ohne das deutsche „Träne im Knopfloch“-Pathos. Und war es.
Und er fehlt.
Und so taucht er wieder und wieder in Programmen auf. War schon da, kommt aber nicht mehr. Jedenfalls nicht selbst. Seinen Stapel tragen jetzt andere. Es kommt keiner mehr dazu.
Die Volksverpetzer zeigen auf die falsche Stelle im System: Es geht nicht um das Regierungsprogramm, es geht um die Regierung. Die Merz-Regierung hat, wie das Trump-Regime, weder die Menschen noch das Land noch das Klima im Sinn. Es geht nur um Bereicherung der Reichen. Ausschließlich darum. Die Demokratien (und nicht nur die) sind von Menschen gekapert, denen es nur um persönliche, skrupellose Bereicherung geht. Das war schon immer so, wird aber umso deutlicher, indem die Lage immer aussichtsloser wird: Bereicherungsmöglichkeiten immer geringer, Planet immer mehr am Arsch. In der Situation verstecken sie sich nicht mal mehr. Nothing to lose for win-win.
Sven K. – JournalSven Knoch2026-09-14T02:38:49+02:00
