Über das Fehlen
Sehe ich Hanns Dieter Hüschs Bild im Programm von Kleinkunsttheatern (so nannte man Comedybühnen zur Zeit von Hanns Dieter Hüsch) macht es mir immer noch Stiche im Bauch. Oh wie schön, Hüsch kommt! Ach nein, wie denn … seit er tot ist, kommt er nicht mehr dazu.
„Egal, wo ich hinkomme, Hanns Dieter war gerade schon da“, sagte Dieter Hildebrandt immer gern, und es war ja so: Niemand reiste so viel wie „HDH“, niemand trat so viel auf. Niemand lieferte so oft ein neues Programm, das er dann stapelweise und lesend zur Heimorgelbegleitung abarbeitete, mit abgespreiztem kleinen Finger Blatt für Blatt von einer auf die andere Seite des Stapels ablegend und dabei über den Rand seiner Nickelbrille lugend. Er konnte albern sein, ohne trivial zu sein. Er versagte sich das Prollige, ohne abgehoben zu wirken. Er konnte tief sein, ohne den Kontakt zum Publikum zu verlieren. Er wollte ein Clown sein, ohne das deutsche „Träne im Knopfloch“-Pathos. Und war es.
Und er fehlt.
Und so taucht er wieder und wieder in Programmen auf. War schon da, kommt aber nicht mehr. Jedenfalls nicht selbst. Seinen Stapel tragen jetzt andere. Es kommt keiner mehr dazu.
Immer wieder fragen mich Leute, ob sie mich nicht aus dem Fernsehen kennen. Und das ist völlig unmöglich, denn kulturelle Errungenschaften wie „DSDS“ oder „Frauentausch“ interessieren mich nicht. Meine Frau und ich und ich haben einen Begriff dafür gefunden, wenn wieder mal jemand mit dem Finger auf mich zeigt und verschwörerisch sagt: „Sie kenn ich aber aus dem Fernsehen, oder?“ – “Du bist scheinprominent”, sagte meine Frau zu mir, nachdem man mich fast dazu genötigt hatte, im Reataurant eine Tischdecke zu signieren und seitdem gehört der Begriff der Scheinprominenz zu unserem Wortschatz. Überlege manchmal, mir eine Sendung zu erfinden und Autogrammkarten drucken zu lassen. “Kenn’ ich Sie nicht aus dem Fernsehen?” – “Natürlich. Schabulke, die Show. Montags bis freitags um Zweiundzwanzigdreißig. Sehr nett. Autogrammkarte? Gerne. Für wen soll es sein? Und noch ein Foto. Natürlich, bitte sehr. Mich auch.”
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Mit dummen Menschen zu streiten ist wie gegen eine Taube Schach zu spielen: Egal wie gut Du spielst, die Taube wird alle Figuren umwerfen, auf das Brett kacken und herumstolzieren, als hätte sie gewonnen.Unbekannt
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Guten Tag. Mein Name ist Sven K, das Internet ist seit 1996 meine Eckkneipe. Herzlich willkommen.
Guten Tag. Mein Name ist Sven K. Das Internet ist seit 1996 mein Wohnzimmer. Herzlich willkommen.
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