Nerd-Wunsch des Tages: dass nicht nur SiFi-Klassiker wie STAR WARS digital aufgehübscht werden, sondern auch andere Filmklassiker – ich verlange zum Beispiel digitales Remastering von 1) Fantomas fliegt mit dem Auto weg, 2) Der Clan der Sizilianer: ein großes Verkehrsflugzeug landet auf der Autobahn und im übrigen die kompletten Vögel von Hitchcock.
Stefan Niggemeier nimmt Abschied von Bambam, seinem Hund. Er tut das so berührend, dass ich an die Engel in Wim Wenders’ Himmel über Berlin denke, wenn sie zu den Sterbenden eilen, um ihnen Trost zu spenden, indem sie sie an die prägenden Momente ihres Lebens erinnern.
Sein Hundefutter will er nicht mehr, aber Würstchen liebt er immer noch. Fuck it, habe ich mir gedacht, es gibt wirklich keinen Grund mehr dafür, darauf zu achten, dass er sich gesund ernährt: Wenn ihn Würstchen noch glücklich machen, kriegt er halt Würstchen ohne Ende.
Pathos war Chaplins größte Falle; die aktuelle Bebilderung der Rede aus „The Great Dictator“ ist ein netter Twist, fällt aber über dieselbe Bananenschale. Aber auch mit Bedeutungstremolo in der Stimme sagt der Mann nichts Falsches und es ist angenehm, dass es immer wieder Leute aus der Mottenkiste der Filmgeschichte hervorholen. „Greed has poisoned men’s souls. More than cleverness we need kindness and gentleness.“ Yeah.
Didier Conrad, dem Albert Uderzo gerade den Zeichner-Staffelstab übergeben hat, muss noch zu seinem Asterix-Strich finden; sein oft grober Pinsel erinnert an vielen Stellen mehr an Lucky-Luke-Zeichner Morris, als an Uderzo und so wirken besonders die bei Uderzo filigran blitzenden Augen von Asterix, zu zögerlich hingetuscht, etwas lebensleer. Wahrscheinlich würde es helfen, wenn Conrad einfach seine Originale etwas größer anlegte um in der Detailzeichnung freier zu werden.
Ansonsten kann man „Asterix bei den Pikten“ wieder lesen, zumindest im Original – wenn auch es selbst dort wieder peinlich ist, wenn Rock’n’Roll- und Beatles-Titel zitiert werden; platte Aktualitätsbezüge passen einfach nicht in die Reihe und wirken peinlich, auch wenn sie, wie hier die Beatles, selbst schon 40 Jahre Geschichte sind.
In der französischen Version stimmt auch das Lettering, auch wenn es nicht mehr die Handschrift von Uderzo ist, aber immerhin ist es Handlettering und kein nachlässig zusammengezimmertes Computerlettering, wie in der deutschen Version.
Aber, trotz allem: ein unerwartet Hoffnung erweckendes Reboot; bin neugierig, was für Geschichten das neue Duo zu erzählen hat, sobald es vom Erwartungsdruck des Publikums und der Gängelung der Erbengemeinschaft Uderzo/Goscinny befreit ist. Denn Asterix war, als er gut war, das Werk zweier Rebellen der französischen Comicindustrie und keine Konfektionsware.
Der Umgang mit dem Denkmalschutz sagt eine Menge über die Haltung gegenüber Ästhetik und dem Respekt vor künstlerischem Erbe.
In Köln-Deutz, in der Nachbarschaft der dortigen Veranstaltungs-Arena, gibt es beispielsweise eine Arena-Tankstelle, die heißt so nicht wegen der monumentalen Nachbarschaft, sondern wegen ihres charakteristsch geschwungenen, einer rautenförmigen Zeltplane nachempfundenen Betonvordachs. Schön, dass sich vor Jahren ein Pächter fand, der das Bauwerk aus dem Jahr 1959 durch Restauration vor dem Verrottungsschicksal erlöste.
Leider errichtete der neue Pächter auch links und rechts der weißen geschwungenen Beton-Plane zwei pseudo-futuristisch profane Glasdächer. Nicht daneben, nein, überlappend drunter. Der Kölner will halt keine Kunst, er will beim Tanken nicht nass werden, da kennt der Kölner nichts. Wahrscheinlich ist der Kölner sich auch keiner Schuld bewusst: Die Tanke hatte ein Dach, datt war zu klein, also hat er flott angebaut. Und watt Modernes, man ist ja nicht von gestern.
Das ist aus Sicht des Tankstellenpächters in Ordnung, der Mann tut ja nur, was er gelernt hat: er denkt serviceorientiert. Mit dem Denkmalschützer könnte man jetzt schon über Vernachlässigung der Dienstpflicht reden, aber was will man dem Beamten einer Verwaltung sagen, die durch Mauschelei das eigene Stadtarchiv einstürzen lässt, was zum unwiederbringlichen Verlust aller wesentlichen Dokumente aus hunderten von Jahren Stadtgeschichte führt?
Tempus fugit, die Welt ist aus den Fugen.
Weiter mit Musik.
Bilder von der lustigen Tankstelle: www.kuladig.de/Objektansicht/O-40303-20120229-2
Mit Stanley Ted „Jango“ Edwards kam der Begriff „Comedy“ nach Europa. Die von ihm losgetretene „Comedywelle“ läuft, seit Jango 1975 in Amsterdam das „Festival of Fools“ aus der Taufe hob und „Genuine Echt & Lekker Clownpower“ propagierte. Der Jango der späten 1970-er Jahre ist unerreicht. Von allen seiner Nachahmer – und von ihm selbst.
Die Energie, die von dieser Show ausging, transportiert sich bis heute, selbst in fitzeligen VHS-Mitschnitten des niederländischen Fernsehens, die glücklicherweise mittlerweile immer mal wieder bei YouTube landen.
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Jango, der abgebrochene Journalismus-Student und Kunstrasenverkäufer aus Detroit, war allgegenwärtig in den Amsterdamer Clubs, wo sonst Leute wie David Bowie auftraten. Er performte mit seiner „Friends Roadshow“ außerdem jahrelang regelmäßig umsonst im Amsterdamer Vondelpark mit seinem bunten Haufen aus Musikern, Sängern und Zirkuskünstlern. Jangos Show kam in der zweiten Hälfte der 1970-er Jahre rüber wie die Mischung der Untergrundcomics von Robert Crumb mit Konzerten von Frank Zappa.
Es markiert einen Einschnitt in der Unterhaltungsszene des alten Kontinents, wie die „Jango Edwards and Friends Roadshow“ unter kruder Anwendung aller Zirkusdisziplinen plus Rock’n’Roll und einer ordentlichen Prise Sex in einer Mischung aus grotesker Motivationstherapie und anarchischer Musikshow das Lachen aus der Schenkelklopfer- und Witzeerzähler-Ecke befreite.
Für ein paar kurze Jahre.
Wem zum Teufel soll ich erzählen, was ich gerade mache? Überhaupt, wer bist Du, Internet?
Warum muss die schleswig-holsteinische Politik eigentlich immer so stinken? Es scheint, als hätten die höheren politischen Chargen des Landes der Ehrenwörter, Badewannen und pekuniär gut bestückten Schubladen nach wie vor mal gern ein Lächeln zuviel und keine Ehre in der Hose. Bei der Gelegenheit: ich würde mich ja gar nicht wundern, wen rauskäme, dass bei der Minsterpräsidentenwahl 2005 jemand (gern einen agent provocateur der Gegenseite), komfortabel geschmiert wurde damit die zur Wiederwahl stehende Ministerpräsidentin so grenzenlos gedemütigt wurde, dass sie der Politik den Rücken kehrte und am Ende völlig verwirrt mit einem dicken Komiker beim Privatfernsehen Tanzsendungen moderierte.
Sven K. – JournalSven Knoch2026-09-14T02:38:49+02:00
