Fernsehgeschichte: Bye bye, Jay Leno
Eigentlich sollte David Letterman (hier 1986 mit Jay Leno in seiner Show) die Tonight Show von Johnny Carson (hier, 1992, in seiner letzten Tonight Show) übernehmen. Johnny hat es NBC nicht verziehen, dass sie Jay dem „komplizierten“ David bevorzugten. Und Jay machte seinen Job besser als Johnny es erwartet hatte. Jetzt ist er selbst Geschichte.
Sting mit Schnäuzer ist lächerlich.
Eine Mischung aus Errol Flynn und Steve Martin. Kurz: ich würde ihm nie einen Gebrauchtwagen abkaufen. Aber man kann ja die Augen zumachen. Denn seine 1989er Interpretation von Bill Withers′ Song „Ain’t No Sunshine“ ist großartig. Sting wird begleitet von Bill Frisell (Gitarre), Fareed Haque (Gitarre), David Sanborn (Saxofon), Hank Roberts (Cello) und Don Alias (Percussion).
Parking Disaster
Gefunden bei MC Winkel.
Musik: „Yakety Sax“ von Boots Randolph and James Q. „Spider“ Rich. bekannt geworden durch die Benutzung in der Benny Hill Show.Skrzynecki
Choć się zmienił cały świat – jesteśmy! Zawiruje jeszcze raz – będziemy, będziemy!
(Zbigniew Preisner, „Piotr”.)
Germany’s Got Talent
Wäre sie nicht auch dafür zu langweilig, sie käme arrogant rüber. Ihre Stimme ist unerträglich in ihrer uninspirierten Nörgeligkeit. Sie lügt, sie hält nicht, was sie verspricht. Ihre peinlich knappen Siege sind das Resultat der Schwäche anderer, nicht das ihrer Größe. Sie stahlt das Gegenteil von Hingabe aus. Sie ist häßlich.
Sie bringt alles mit, das sie braucht, um im Herbst als deutsche Bundeskanzlerin wiedergewählt zu werden.
I Want To Love You Madly
There may be trouble ahead / But while there’s moonlight and music / And love and romance / Let’s face the music and dance. (Irving Berlin, „Follow The Fleet“, 1936.)
Tanz: Fred Astaire, Ginger Rogers. Music: Cake. Mix: Emily.
Just an old guy having fun: Altherrenbands
Supertramp war ein großartiges Konzert, 2002 auf der Bonner Museumsmeile. Obwohl ohne Roger Hodgson und daher mit viel zu viel von Rick Davies’ Jazzkaprizen. Barclay James Harvest war ein großartiges Konzert. Obwohl 2002 in der eher tristen Bad Godesberger Stadthalle und obwohl Drummer Mel Pritchard, der nur kurz nach der Tour an einem Infarkt sterben sollte, meist kraftlos neben der Schießbude saß und anderen das Trommeln überließ und obwohl ohne John Lees, was dazu führte, dass als bei den Zugaben erwartungsfroh „Hymn!!!“ gerufen wurde, Frontmann Les Holroyd mit einem trockenen „wrong band“ abwiegelte. Joe Jackson live zu sehen war wie immer ein Vergnügen obwohl er im Kölner Gürzenich die denkbar mieseste Akustik hatte, seine Bühne nicht richtig aufbauen konnte und außerdem erkältungsbedingt immer wieder mal einen Song neu ansetzen musste. Leonard Cohen war auch 2008 großartig, seine Altersironie ist pures Vergnügen. Aber dass er die Berliner O2-Arena spielt, wo ihn wirklich niemand sehen kann, das war schon ziemlich geht so.
An all das denke ich und werde ganz melancholisch, wenn ich Herrn Paulsen lese, der nach dem Besuch eines ZZ-Top-Konzerts schreibt:
Ach, ja. Wenn das mal mit dem Loslassen so einfach wäre im Leben. So ganz generell…
Was übrigens heute immer noch funktioniert: Jethro Tull (oh, ja) und, yes: YES – heute wie früher.
Samma, spielt der nicht auch in…
Bryan Helmig, aus dessen minimalistischer Hand auch manches Blogtheme stammt, hat ein großartiges Kleinod von einer Webapplikation geschrieben, das Filmfreunden Spaß machen wird. Hier sein Grundgedanke:
„Manchmal gucke ich einen Film und ich sehe einen Schauspieler oder eine Schauspielerin, und ich glaube ihn oder sie schon mal in irgendeinem anderen Film gesehen zu haben. Blöderweise kenne ich den Namen des Schauspielers oder der Schauspielerin nicht, habe aber keinen Bock, dafür die IMDB nach dem Rollennamen zu durchforsten – trotzdem will ich wissen, wer sie oder er ist und wen er oder sie gespielt hat.“
Also griff Bryan in die AJAX-jQuery-Kiste und schrieb seine kleine App. Man tippt einfach den Namen von zwei Filmen ein und sie sagt einem, wer alles in beiden Filmen mitgespielt hat. Bryan:
„Die App macht ihren Job ganz gut, grast den Cast bis in die tiefsten Tiefen ab. Natürlich ist sie nicht perfekt, aber manchmal ist eben der Typ, den man sucht ‚Autofahrer #1 (nicht im Abspann)’. Sonst aber ist das kleine Skript schon ziemlich fett.“
Natürlich gibt es bei IMDB selbst längst schon eine übergreifende Suche, aberBryan findet seine netter. Immerhin sei sie AJAX-basiert und wesentlich besser im Finden von Schauspielern. Und nicht so kompliziert – kurz sie mache mehr Spaß. Recht hat er. Hier ist Dein Link:
Fragen, die das Leben stellt
Warum huldigen eigentlich Schwule so oft Frauen? Ich meine, ich habe noch keine Hete erlebt, die schwärmerisch Rosa von Praunheim oder Wally Bockmayer hochhielte. Aber die besten Tittenbilder finde ich nach wie vor auf schwulen Hompages. Und kein heterosexueller Mann hat die Titten von Wuchtbrummen wie Barbara Valentin, Evelyn Künneke oder Montserrat Caballé je so gekost, wie ihre schwulen Busenfreunde. Auf der Hompage von Reiner Calmund dagegen suche ich Schwänze vergebens. Erstaunlich, nicht? Grübel, grübel.
Pfffff, SZ.
„Es ist hart von Hartz IV zu leben, verheerend jedoch ist das Gefühl der Ausgegrenztheit. Dieses Gefühl wird durch die Konfrontation mit dem verstärkt, das Macht und Luxus derjenigen betont, die zentral in der Gesellschaft stehen.“
Schön, was? Stand in der Süddeutschen Zeitung.
Die Süddeutsche Zeitung zu lesen, so der Stuttgarter Journalist Günther Kress, sei pures Vergnügen. Geht an. Meistens.
Als nicht vergnüglich konnte man ansehen, dass sie die innovative Beilage „jetzt“ unter dem Vorwand finanzieller Probleme einstellten um kurz darauf die doppelt so dicke reaktionäre Beilage „Golf spielen“ nach vorn zu bringen.
Als ebenfalls nicht sonderlich vergnüglich kann man es ansehen, wenn relative Personen der Zeitgeschichte – wie etwa abgehalfterte Tennisspieler mit Wortfindungsstörung – in fast kultischer Verehrung seitenweise interviewt werden, und das ausgerechnet zu dem Thema, in welchen Frauen sie mit ihrem erigierten Dödel lustlos herumgestochert haben.
Neuerdings gewähren sie Autoren von Leitmedien wie „Vanity Fair“ und „Matador“ im Magazin publizistisches Asyl.
Und zur Verstimmung am Sonntag kann es führen, wenn eine Journalistin im großen Interview der Wochenendbeilage über sechs Spalten schwärmen darf, dass für sie die Neureichen die größte kulturelle Kraft darstellen, die wir haben.
„Verheerend ist das Gefühl der Ausgegrenztheit. Dieses Gefühl wird durch die Konfrontation mit dem verstärkt, das Macht und Luxus derjenigen betont, die zentral in der Gesellschaft stehen.“
Stand in der Süddeutschen Zeitung.
PS: Dass der Spiegel nach dieser Woche voller SZ-Enttäuschungen mal wieder mit seinem Lieblings-Covergirl Adolf Hitler auf dem Titel Quote holen will, passt irgendwie ins Bild.
Warum die Sesamstraße immer wieder einpacken kann
Wegen der Sesame Street. Wegen Norah Jones und Elmo…
und… (mehr …)
Museum of Bad Album Covers
Currently displaying 156 awful album covers! Special Notice: zonicweb.net accepts no responsibility whatsoever for any nausea, vomiting and/ or retinal damage caused by viewing these album covers. ZONICWEB Museum Of Bad Album Covers
Paul Flora
„Das sogenannte Schöne und die echte Kunst sind undefinierbare Geheimnisse, die sich wandeln wie die Wahrheit selbst. Ein jeder möge dem Stern seines guten oder schlechten Geschmacks vertrauen und ihm folgen. Was er für schön und echt hält, wird es für ihn dann wohl auch sein. Die Meinung der restlichen Welt ist überhaupt nicht wichtig.“Paul Flora, 29. Juni 1922 – 15. Mai 2009
WDR Radio, Studio 3, 1978.
„In jeder Leiche ist ein Kind versteckt
Das nach Zukunft fragt und nach Frühling schmeckt
Und sich dann erschreckt
Und dann findet man noch einen Augenblick
Eine Spur vom Glück und ein Silberstück
Doch das liegt weit zurück“
(Hanns Dieter Hüsch)Unterhaltung am Wochenende hieß die Sendung (sie heißt immer noch so). Die Elite des Kabaretts gab sich die Klinke in die Hand, im Studio wurde geraucht und gesoffen, zu Billigsekt und der Musik des Krakauer Barock-Ensembles. Oder irgendeiner der damals angesagten Dixieland-Kapellen. Hanns Dieter Hüsch gab den Moderator, grinste, rauchte Gauloises ohne Filter und präsentierte die Chansons seiner Freundin Ewa Demarczyk.
Das angesagte Comedyfeature hieß „Familie Poszepczynski”, wo am Ende immer der Opa umgebracht wurde. Auf dem Studiotisch lagen die neusten Texte und Ideen sowie die Gitarre von Jürgen von der Lippe. Elke Heidenreich war lustig. Lange her. Hanns Dieter Hüsch wäre heute 84 geworden.
Prösterken.
Gewinner / Verlierer (Das Sandmännchen ist da)
Ihr kennt die Spielchen, die sie erfunden haben… wie man die ganz oben überholt – auf dass jeder auf der Strecke bleibt, der die Spielchen nicht mitspielt… und ihr seid es, die für ihre Verwüstungen und Exzesse bezahlen. Die, die die Trümmer hinterlassen räumen sie ja nie selber auf. Und doch: wir, die Prügelknaben und Arschlöcher, kurz: alle, die nie nein sagen können – wir sind nicht drauf aus, Gewinner zu sein, aber wir lassen uns auch nicht zu Verlierern abstempeln. Die Liga der Sandmännchen schläfert uns ein, aber wir bleiben mit einem Auge wach. Ja, Scheiße, die Angst, Scheiße, diese Leere und: Scheiße, der Siegeszug der Gier… Bloß sich nicht rühren, scharfe Hunde wachen überall… Bloß keine Mine verziehen, nicht mal dran denken – sonst schlagen sie dir die Tür vor der Nase zu.
Wir haben nichts zu gewinnen – aber auch nichts zu verlieren.
Denn da ist längst nichts mehr.
Da kommst du von weit her, bringst dein Fleisch und dein Blut, und sie versprachen dir das Paradies – aber sie haben gelogen, kein Wort war wahr. Ach, mein Freund, mein Bruder… All deine Kraft geht drauf für ihren Krieg, du siehst die Liebe, die unter ihren Händen auf der Strecke bleibt: „Na, brauchst du Papiere? Na, hast Du mein Schlösschen schon gesehen?“ Das alles wirst du nie haben, das Paradies ist nichts für Loser. Sie brauchen Kanonenfutter, sie brauchen Futter für Spekulanten, und eine Haut zum Anbeißen für die ihre Propaganda. Ja, da ist schon einiges drin… Aber ihr wisst, genau wie ich: das Spiel ist aus, obwohl fast alles rund lief, wenn auch nicht auf die feine Art. Es ist alles beim Teufel, es ist alles am Arsch… Wie ärgerlich, am Ende so in der Schlange der Loser zu landen. Aber indem wir uns keine Illusionen machen sind wir gerüstet für den Kampf – und was unsere Seelen angeht besteht keine Gefahr: Gott ist sicher nicht im Spiel. Verehrte Entscheider aller Couleur, fühlen sie sich von Herzen versichert: wir werden ihren Fortschritt nicht aufhalten. Schaut uns in die Augen, schaut tief in uns rein… Es brennt uns unter den Nägeln, noch unterm Rad… Was uns bleibt, ist die Weigerung, weder zu den Ersten noch den Letzten zu gehören, noch siegreich aus irgendeinem Kampf hervorzugehen.
Wir werden nie Gewinner sein.
Wir werden nie Verlierer sein.
[Noir Désir: „Gagnants / Perdants (Bonne nuit les petits)“, 2008.] [Sekundärliteratur: Noir Désir: Le vent nous portera]]
