Naja, das Problem ist ein altes und das hat damit zu tun, dass Berlin in dem Sinne wirklich nie diese Bürgerschaftseigenschaften und bürgerlichen Eigenschaften, Tradition des Citoyens wirklich verinnerlicht hat. Das ist ein Drama, das man also schon seit vielen Jahren verfolgen kann, aber interessanterweise ist der schon altbekannte, vor allem auch übrigens Westberliner Provinzialismus, eigentlich durch die Tatsache des Berlinumzuges, wo man ja hoffen konnte, es sind eine Unzahl an Menschen in Berlin, die politisch tätig sind. Die ganze Regierungsabteilung ist gewissermaßen hier, aber der Provinzialismus ist nicht kleiner geworden.
Im Gegenteil, diese Mittelmäßigkeit, auch die Form des Verbockten, die Bürgermeister, in dem Falle ganz Kai Wegener, exemplarisch zum Ausdruck, sie ist nicht kleiner geworden. Insofern muss man sagen, es fehlt hier schlichtweg an Engagement für diese Stadt und das hat damit zu tun, dass Berlin so groß ist, traditionell und so zerfällt in seine kleinen Stadtteile, dass so etwas wie bürgerliches Empfinden, Bereitschaft sich dafür einsetzen, eigentlich in nur geringem Maße vorhanden ist. Das ist ein Berlin Spezifikum, aber es ist natürlich auch ein Stück weit aussagekräftig für die gesamte Politik in Deutschland, bei der wir immer mehr erleben müssen, dass die Stärke der Rechtsradikalen, überhaupt der Populisten an den Rändern, auch dem Umstand geschuldet ist, dass das Engagement in der Mitte viel zu schwach geworden ist.
DLF: Das war der Tag 10.07.2026 – Berliner CDU „Wegner hat die Bevölkerung über Monate belogen“
