Die schönen Tage von Aranjuez
Wenn sich Nick Cave am Ende dieses Trailers auf seinem Klavierschemel kurz umdreht, sieht er aus wie Helge Schneider mit einem schwarzen Toupet. Vielleicht lässt er sich ja im Alter von Helge Schneider darstellen? Habe jetzt Angst, dass ich im Kino beim neuen Film von Wim Wenders immer werde lachen müssen, sobald Nick Cave ins Bild kommt.
Bob Ross
Lernt, wie man mit einem so dicken Pinsel so filigrane Sachen malt! Und Wasserfälle! Quer! Was ich mag: der Mann verließ das Militär um Maler zu werden. Besser als andersrum, wie die Causa Hitler beweist. In diesem Sinne sollten besonders heute wieder viel mehr Staatsmänner zur Malerei wechseln. Selbst ihre grausigsten Bilder können nicht so schlimm sein, wie ihr Wirken auf der politischen Bühne – siehe George W. Bush. Um nur einen zu nennen.
Sekundärliteratur: Bob Ross: 13 Happy Little Facts About the Iconic PBS Painter – Biography.com
Pâte fementée.
Kalte Stückgare (ich liebe Bäckerbegriffe. „Gar, du Stück!“). Fürs Frühstück mit backfrischem Brot die dramaturgisch perfekte Führung, weil die Baguettes am Backtag direkt in den Ofen gehen, nachdem die Teiglinge über Nacht im Kühlschrank geruht haben. Danke einmal mehr an Lutz und Manfred Schellin für die Grundlagen des Baguettebackens im Oktober in der Kochbar Berlin :-) Et oui, je les aime bien cuites.
Ich bin einfach nur wahnsinnig traurig. Die Welt benimmt sich ohne Not wie grottenschechtes Unterschichtenfernsehen. Das habe ich nicht gelernt. Ich habe Toleranz, Neugier und Freundlichkeit gelernt. Nicht dieses Gekläffe von überall. Jetzt müssen wir wieder für den Grundkonsens werben. Hätte mir noch vor Kurzem jemand gesagt, die deutsche Kanzlerin würde den gewählten amerikanischen Präsidenten an demokratische Grundsätze erinnern, ich hätte ihn doch für bekloppt gehalten.
Wir brauchen dringend ein neues Allianzdenken – denke: wer sich anderen anschließt, muss das doch nicht gegen andere tun, sondern kann es auch tun für das Wohl aller! Und es muss aufhören, dass der Beitritt zu einer Allianz als Eingeständnis von Schwäche gesehen wird. Sich zusammenzutun zeugt von Größe. Die Menschheit muss sich zusammentun, sonst schafft sie nie den Weg zum Mars. Oder auch nur den über die Straße.
Tschingderassa
„Aus der Geschichte nichts gelernt“ ist der Untertitel der Menschheit – kein Jahrhundert nach zwei Weltkriegen ist die UN ein zahnloser Löwe und Säbelrasseln unter den großen Nationen wieder salonfähig.
Ob es die Menschen mal schaffen, den Machismo zu ächten und besonders auch aus der Politik zu verbannen? Wir sind zu Liebe, Intelligenz und Kultur fähig und doch geht es immer wieder um Bomben und Raketen und wer am meisten unschuldige Menschen in Geiselhaft nehmen und mit einem Fingerschnippen innerhalb von Minuten völlig unangekündigt umbringen kann. So viel millionen-, milliardenfacher Streß für zu viel Testosteron von Wenigen. Wer auch immer es ist, der Hass und Angst schürt, ist ein Verräter an der Menschheit. Wer es tut, unter Berufung darauf, der jeweils andere habe angefangen, ist nicht besser als die Terroristen, die derzeit als Vorwand dienen, allen möglichen Scheiß anzufangen. Und, jenseits allen Legitimationsgeredes, auch nur daran zu denken, den einzigen bewohnbaren Planeten weit und breit unbewohnbar zu schießen zeugt von unglaublicher Selbstüberschätzung, grenzenloser Überheblichkeit und einer nicht mehr klassifizierbaren Verantwortungslosigkeit. Die Welt der sogenannten Volksvertreter widert mich gerade wieder besonders an. Warum gibt es keinen Regierungsführerschein – ein gewisses geschichtliches Wissen und psychologische Eignung sollten Grundvoraussetzung sein für Staatenlenker.
PS: Es gibt keine Atomkriegsstrategie. Gab es nicht, als Helmut Schmidt in den 1980ern die Pershing-Raketen nach Deutschland durchwinkte und gibt es heute nicht. Wir können nur vernünftig bleiben oder in einer Arroganz, die die Dinosaurier schamesrot werden ließe, den schönsten aller Planeten in die Luft sprengen. Ganz ohne Meteorit. Der Mensch, des Menschen Wolf. Das Arschloch.
