Erik van der Wurff (* 9. Juli 1945, † 22. September 2014)

Von | 2017-07-30T02:15:51+00:00 12. Oktober 2014|Kategorien: Kultur, Künstlerausgang|30 Kommentare

Getuigen zijn zelden helden
Echte helden getuigen zeldenHerman van Veen, „Helden“

In Deutschland hat es niemand bemerkt.

Erik van der Wurff ist tot.

Erik, wer?

Ach, Erik.

Im Jahr zuvor, im Berliner Admiralspalast, warst du schon nicht dabeigewesen. Am Klavier hinter Herman saß niemand. Niemand hatte es erklärt. Drei Stücke, vier, fünf sag Herman begleitet von der Gitarristin Edith Leerkes und seinem Ensemble. „Wow“, dachte ich, die machen Erik ja einen richtig großen Vorhang hier. Ein ganzes Set ohne ihn und dann wird er rauskommen und sie legen richtig los. Erik kam nie. Herman sagte irgendwann in der Mitte des Programms zwei, drei Sätze, indem er kurz zum Klavier ging, gefeiert hättet ihr in der vorigen Woche in Amsterdam nach Abschluss der jährlichen Gigs im Carré, du seist angeschlagen gewesen und die Feier wäre dann wohl zu viel gewesen. Du hättest bis zuletzt versucht, nach Berlin zu kommen und dann doch in letzter Minute. Irgendwas war auch seltsam. Und ich kann mich irren. Aber manchmal spielen Menschen so, dass es erscheint, als seien andere Menschen auf der Bühne anwesend, selbst wenn sie nicht da sind. Hermans Show ging weiter und da stand ein leeres Klavier. Du warst nicht da. Das fühlte sich seltsam an. Aber ich kann mich irren. In jedem Fall hat es kein Musiker so lange mit ihm ausgehalten, wie du.

Vor allem warst Du unersetzbar, das war zu spüren. Da war in der Mitte der Bühne eine Lücke, die niemand schließen konnte.

Leukämie war es, lasen wir später im Internet. Kein böses Blut. Sondern eben genau das.

Mensch.

Da wollten wir dich im Jahr drauf mit Herman im Carré in Amsterdam sehen. Wir hatten spontan nach dem Abend in Berlin Karten gekauft und jubiliert: wenn du nicht zu uns kommst kommen wir halt zu Euch in Euer Wohnzimmer, dachten wir, und freuten uns wie Bolle.

Doch die Leukämie kam zurück und war schneller, wir haben uns um drei Wochen verpasst.

Herman und du, ihr hattet Eure Geschichte so wie wir, die wir Eure Konzerte schauten, unsere Geschichte mit Euch hatten. Als du und Herman stolz im Carré in Amsterdam anfingt, da waren wir kaum geboren oder gerade mal im Kindergarten. Als wir Euch zum ersten Mal sahen, war das Carré schon euer Wohnzimmer. Und doch flogen wir parallel wenn wir Euch zuhörten, wie ihr Euch die Bälle zuspieltet, als wir lernten uns Bälle zuzuspielen.

Wie viele habt ihr begleitet, von dem Moment an, als DIE SELTSAMEN ABENTEUER DES HERMAN VAN VEEN über die Bildschirme der ersten erschwinglichen Farbfernseher flimmerten, die Serie, wo du im Schrank in einer Hängematte wohntest, immer einen Kopfhörer auf den Ohren und ein Buch in der Hand. Und wenn man dich brauchte holte man dich aus dem Schrank. Und du hast nie was gesagt, wie Harpo von den Marx Brothers. So hast du es mit Herman zum fünfzigjährigen Bühnenjubiläum gebracht und nebenbei mit internationalen Orchestern gearbeitet, für Theater und Fensehen komponiert und für Künstler wie John Denver, Toots Thielemans oder Ramses Shaffy in die Tasten gegriffen und man hat dich zum Ritter des Ordens vom niederländischen Löwen geschlagen. Da standest Du mit einem kleinen Lächeln und dem Orden am Hemd neben dem stolzen Herman van Veen, der da selbst schon ein Jahr Übung im Ordentragen hatte. Man hätte Euch das Teil gemeinsam verleihen sollen.

Wenn ich zurückdenke, hast Du auch auf der Bühne eigentlich nie was gesagt. Aber geschaut. Durch deine Blicke zum Beispiel Herman zu endlosen Monologen inspiriert, das war ja so eine eurer Nummern. Herman steht am Klavier und redet etwas an dich heran und du schaust ihn nur an. Da war alles drin, von Slapstick bis Strindberg. WENN du mal nicht im Hintergrund bliebst, dass zimmertest Du in deine Bühnenpräsenz doppelte und dreifache Böden. „How long are we playing together, Erik?“ hatte Herman mal in einem Sketch gefragt, in dem er – wie oft halb Herman, halb in der Rolle – im Elvis-Stil eine Art überheblichen, testosteronschwangeren Rocker parodierte. Und, unter deinen abwartenden Blicken beantwortete er sich die Frage selbst: „Seventeen years, Erik. Imagine. Seventeen years. Just the age of a fuckable young girl.“ Da bist du dann aufgestanden, wie schon Stan Laurel aufstand, wenn er beschlossen hatte, Oliver Hardy ins Gebet zu nehmen, bliebst erst kurz stehen, ihn nie aus den Augen lassend und dann hast du ihm – halb Erik, halb in der Rolle – eine kurze trockene Ohrfeige verpasst um dich ungerührt wieder hinter den Flügel zu setzen und weiterzuspielen. Das fühlte sich ein wenig seltsam an und es folgte ein langer Applaus.

Und jetzt – Einschnitt. „Die Einschläge kommen näher“, wie man so sagt.

Whatsoever. Danke, Erik.

Danke, Erik van der Wurff, dass du immer so viel mehr warst als der Pianist von Herman van Veen – und genau das. Trotz alledem bist fast unbemerkt gestorben. Obwohl Herman auf der Bühne sagte, du seist nicht sein Pianist, sondern „Ich bin der Sänger von Erik.“

Letztes Jahr in Berlin sagte Herman, er sei der Sänger von Edith Leerkes, seiner Gitarristin. Am Piano hinter ihm saß niemand. Du warst nicht da.

In Amsterdam im Theater Carré haben wir Dir zugeprostet, reckten die Gläser in den Himmel des Carré-Restaurants Oscars: „Tot gilt nicht. ‚Tot‘ ist Niederländisch und heißt ‚bis …‘. So kommst du uns nicht weg!“ sagten wir und dann gingen wir Edith Leerkes angucken. Die tritt jetzt mit deinem Sänger auf. Der Tag war der 28.10.2014

Tot ziens, Erik!

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30 Kommentare

  1. H,Schneider 2014-10-29 um 13:42 Uhr - Antworten

    Danke für diesen Artikel. Ich habe es gestern durch einen Zufall erfahren. Ich war auf der Seite von H. van Veen.

  2. Katrin 2014-11-03 um 14:02 Uhr - Antworten

    DANKE an den Autor, für diesen aufwühlenden, herzlichen und sehr persönlichen Nachruf an ERIK !!!
    Er spricht mir aus dem Herzen und es geht mir ein bißchen wie bei einem Konzert der Beiden, der Bauch lacht, aber das Herz weint. Nochmal DANKE ERIK !!!

  3. Eva van Leyen 2014-11-06 um 12:00 Uhr - Antworten

    In diesem Jahr habe ich erstmals das Konzert mit Herman van Veen verpasst. Die CD, die ich mir statt dessen kaufte, hat so traurig, Todes nahe Texte, so dass ich schon ein ganz mulmiges Gefühl hatte … und nun die unwiederbringliche Nachricht von Erics Abschied. Mein aufrichtiges Beileid !!!! Es wird nichts mehr so sein, wie es mal war.
    In Gedanken mit allen, die Herman und Edith jetzt Kraft und Zuversicht wünschen.

  4. Anonymous 2014-12-11 um 21:06 Uhr - Antworten

    Danke, lieber Sven, danke für diesen Nachruf. Ich finde ihn perfekt. Oft habe ich Schwierigkeiten Herman nicht „böse zu werden“, wenn er einfach seine Tour Tag für Tag forsetzt und keine Auszeit nimmt, aber, ich befürchte, Erik hätte es bestimmt so gewollt. In einem einzigen Liveauftritt in Deutschland – kurz nach Eriks Tod – hat Herman das Lied „Ich lieb dich noch“, welches seinen Eltern immer gewidmet war, Erik gewidmet und das war das Einzige, was ich je an öffentlicher Reaktion von Herman und Edith u.a. wahrgenommen habe und ich „verfolge“ sie wirklich intensiv“. ;-) Edith und Jannemien und auch die Jungs sind eine tolle Besetzung und die beiden alten Herren haben von ihnen viele neue Ideen und „Schübe“ bekommen und mitgemacht und ich bin mir sicher, dass Erik auch weiterhin nur „von woanders“ in seiner stillen, tollen Art ihre Auftritte verfolgen wird.
    Danke, Sven!

    • Sven Knoch 2014-12-12 um 01:45 Uhr - Antworten

      Gerne! Herman hat Les Vieux Amants dieses Jahr auch im Carré Erik gewidmet und es mit seiner klassischen Erik-Anekdote eingeleitet: „Damals hatte ich im Konservatorium einen Zettel ausgehängt, dass ich eine wunderschöne Frau als Begleiterin suche, die auch ein bisschen Klavier spielen kann. Und dann meldete sich Erik.“

      Immer wieder setze er im Carré auch zu den alten Hits an, aber nur um sie zu „dekomponieren“, sie zu zerstückeln, die Harmonien, mit Dissonanzen zu versetzen – das klang wie eine kleine Trauerarbeit, aber so, als traure widerstrebend jemand, der das Trauern nicht gelernt hat – aber ich möchte glauben, dass es nur die Verweigerung der öffentlichen Trauer ist, was bei einem irritiert, der es scheinbar zum Prinzip erhoben hat, bei seinen Auftritten sein Innerstes anch außen zu kehren. Verständlich und zu respektieren wäre es in jedem Fall.

  5. Thorsten Feige 2014-12-15 um 16:44 Uhr - Antworten

    Ich danke für diesen wunderbaren Kommentar… Herman und Erik – das gehört(e) für mich immer untrennbar zusammen. Und beim letzten erlebten Berlin-Konzert war mir schon ganz bange, als ich Eriks leeren Platz erlebte…

    Jetzt ist es wahr… Ich hatte schon länger ein mulmiges Gefühl, dass ich (inzwischen auch über 50) irgendwann weine… dass ich nie wieder eine Konzert-Zugabe erleben werde, wo nur noch die Beiden auf der Bühne sind, die ersten 5 Stuhlreihen prall gefüllt, während im Hintergrund schon das Bühnenbild abgebaut wird…

    Erik, ich danke Dir für Deine wunderbare unaufdringliche Art, Herman in Szene zu setzen. Du bist neben ihm nicht ersetzbar!

    • Sven Knoch 2014-12-15 um 20:43 Uhr - Antworten

      Die Zugabe macht Herman jetzt mit Edith und, wenn das Bühnenbild abgebaut wird, mit dem ganzen Ensemble. So haben wir es im Carré letzten Monat gesehen. Kurz danach wurde Herman, der dieses Jahr seinen 500. Auftritt im Carré absolviert hatte, der Schlüssel des Theaters überreicht. Die Schneise, die Eriks Abwesenheit ins Programm und den ganzen Act geschlagen hat ist deutlich spürbar. Nein, es wird nicht mehr sein, wie vorher. Herman nennt sein aktuelles Programm „Kersvers“. Brandneu.

  6. Marianne 2014-12-19 um 00:21 Uhr - Antworten

    Danke Sven, für diese schönen Zeilen! Du sprichst mir aus dem Herzen.
    Danke ERIK, für die Zeit, die du uns auf der Bühne geschenkt hast!

  7. Michael 2014-12-28 um 16:08 Uhr - Antworten

    Danke! Danke! Danke!

    wunderschöne Worte!

    mit Tränen in den Augen
    Michael

  8. Regina 2015-02-22 um 19:33 Uhr - Antworten

    Achje, gerade lese ich, dass der grossartige Erik van der Wurff – tatsächlich leise und von den deutschen Fans fast unbemerkt-gestorben ist. Das tut mir unendlich leid. Ich gehe schon seit fast 40 Jahren in die Konzerte von Herman, und Erik war immer so ein fester Bestanteil dieser emotionalen und poetischen Reisen, dass ich mir gar nicht vorstellen kann, wie es ohne ihn sein wird.
    Lieber Erik, Du bleibst unvergessen.
    Tot ziens

  9. Jürgen Heckmann 2015-02-25 um 13:16 Uhr - Antworten

    Vielen Dank für den tollen Kommentar. Nach langer „Live“- Pause hatte ich im Herbst 2013 wieder einmal das Vergnügen. Etwas enttäuscht war ich, das Erik musikalisch nur eine untergeordnete Rolle spielte, oft nur mit den Händen im Schoß vor seinem Flügel saß. Von den Konzerten in den 80iger und 90iger Jahren war ich anderes gewohnt. Aber da hat wohl irgendwann die Gitarre die Führung übernommen…
    Auch wenn ich selbst Gitarrist bin, bleibt das, was Erik und Herman mir seit meiner Kindheit ins Ohr und ins Herz gespielt haben, unerreicht. Da lohnt es sich mal wieder mit den alten Platten von 1974 (Inzwischen alles Gute…) anzufangen… Musik stirbt nie!

    • Thorsten Feige 2015-02-25 um 13:21 Uhr - Antworten

      Ja, die Zeiten, als Erik am Klavier nach Herman die Nr. 2 auf der Bühne war, waren wirklich die GUTEN alten Zeiten. Es ist mit der Verschiebung zur Gitarre anders, aber nicht besser geworden.

  10. Uli 2015-03-19 um 18:38 Uhr - Antworten

    Danke für die wunderbaren, ergreifenden Zeilen.
    Habe leider erst jetzt von diesem Verlust erfahren.
    Durfte im Novemver 2013 ein Liver Konzert mit Herman und Erik am Klavier erleben und habe das Konzert mit einem ganz bedrückten Gefühl verlassen.
    Ich wußte nicht dass Erik krank war, sah aber dass etwas nicht stimmte und Herman
    war noch melancholischer als gewöhnlich und hat mich und meine Freundin mit seinen Liedern zu Tränen gerührt.
    Mit dem Tod Erik´s weiß ich jetzt um die Bedeutung dieses Konzertes und ich bin unendlich traurig aber auch dankbar das ich es erleben durfte.

  11. Kai 2015-04-30 um 01:14 Uhr - Antworten

    Ich bin 53 Jahre alt. Fan der ersten Stunde….
    Ohne Erik wird es musikalisch keine ersten Stunden mehr geben.
    dankjewel Erik

  12. Rainer Fries 2015-06-08 um 21:52 Uhr - Antworten

    Lieber Eric,

    Herman und Du habt mich nahezu 35 Jahre mit Eurer Musik und Euren musikalschen Botschaften begleitet, sogar geprägt.
    Ich bin zutiefst traurig heute lesen zu muessen, dass Du bereits im Herbst 2014 verstorben bist.
    Ich werde Dich sehr vermissen.

    Danke

  13. Bruno 2015-08-19 um 17:28 Uhr - Antworten

    Eigentlich ist alles gesagt. Danke euch allen für die schönen Ausführungen. Ich habe Herman und Eric vor etwa 35 Jahren zum ersten Mal live erlebt und war begeistert und beeindruckt zugleich. Live-Konzerte lebte ich wenige, doch die Musik, die Klänge am Klavier, der Gesang, es war immer wieder sehr präsent. Anregende Gedanken. .. Vielen Dank Eric

  14. Sebastian Haerter 2015-08-26 um 23:15 Uhr - Antworten

    Wahrscheinlich bin ich einer der letzten, die vom Tod dieses genialen Musiker erfahren haben. Just in diesem Moment. Danke für Deine berührenden Worte dazu. Ich hatte nicht gedacht, dass das letzte Herman-Konzert, das ich mit beiden erleben durfte, tatsächlich das letzte Konzert der beiden sein würde, das ich erleben würde… Es fehlt etwas. Erik fehlt.

  15. Stefanie 2015-11-15 um 16:24 Uhr - Antworten

    Die Letzte die vom Tod Eriks erfährt bin wohl ich…nach über einem Jahr und nur per Zufall.Bin sehr traurig und erschüttert und weiß nicht, ob ich mir die Karten für die neue Tour jetzt noch kaufen soll?! Seit ich zwölf Jahre alt bin gibt es für mich Herman nur MIT Erik. Ich sehe mich schon das ganze Konzert über heulen…
    Auf jeden Fall vielen Dank ihr beiden für die schönen Jahre in denen ihr mich in meinem Leben durch Hochs und Tiefs begleitet habt.

    • Sven Knoch 2015-11-15 um 20:13 Uhr - Antworten

      Als wir die Vorstellung im Carré vor ziemlich genau einem Jahr sahen, stand Eriks Flügel auf der Bühne und eine Blume in einer Vase drauf. Es geht schon. Edith Leerkes ist eine großartige Künstlerin, die ihn an der Gitarre ganz wunderbar ergänzt. Und er umgibt sich, wie schon vor vierzig Jahren, mit unglaublich spielfreudigen und talentierten jungen Musikern. Das macht schon Spaß zu sehen.

  16. Ebbetje 2015-12-31 um 03:35 Uhr - Antworten

    Ich habe, wie schon so oft, von meiner Tochter Konzertkarten für Herman van Veen bekommen… natürlich schaute ich im Internet was da so kommt. ( Kann mir leider nicht jede neue CD leisten) Viele neue junge Leute scheinen dabei zu sein.. es fehlte nur ein Name, ERIK Ich habe gesucht, gerade erst gelesen dass er nicht mehr lebt. Keine Meldung kam im Fernsehen hier in Deutschland, das verstehe ich nicht, so ein Künstler und kein Wort über seinen Tod. Ich bin sehr traurig, er wird fehlen bei meinem nächsten Konzertbesuch

  17. Margot P. 2016-03-12 um 20:40 Uhr - Antworten

    Danke an Sven für den wirklich berührenden Nachruf. Erik fehlt, das konnte ich beim gestrigen Live-Konzert in Chemnitz fühlen. Die ‚graue Eminenz‘ hinter Herman van Veen ist nicht mehr da. Das leere Klavier stand wie ein Mahnmal zwischen den jungen Musikern. Der Einzige, der es spielte, war Herman, und vielleicht könnte es künftig so bleiben als Hommage an seinen lebenslangen Freund. Musikalisch entwickelt sich Herman für mein Gefühl in eine neue Richtung. Die Musik wirkt frisch, jung und etwas härter. Leider findet sie dadurch nicht so schnell zum Herzen.

    • Sebastian Haertet 2016-03-12 um 21:25 Uhr - Antworten

      Mir ging es ähnlich bei einem Konzert in Rostock vor einer Woche. Vermeintlich war es Herman wie immer: Agil, wach und genial. Aber eben auch anders. Weniger ausgelassen und albern, dafür sehr ernsthaft. Er hat sich verändert, singt weniger Liebeslieder, dafür mehr vom Tod und der Welt, wie sie nun mal geworden ist: anders.

      • Anonymous 2016-03-13 um 18:06 Uhr - Antworten

        Ja, es ist auch die sich verändernde Welt, welche die Kunst stark beeinflusst. Im günstigen Fall ist Kunst stets eine Reflexion der herrschenden Zustände…
        Gleichwohl ist Herman weniger politisch in seinen Liedern als sonst. Es macht den Eindruck, als wenn er intensiver in der Erinnerung lebt – an seinen Freund Erik, an seine Eltern, an seine Jugend.
        Das gehört vielleicht in die Lebensphase von Siebzig+. Ich bin gespannt, wohin diese Art von Zäsur ihn musikalisch führen wird.

  18. Achim Meisenberg-Severin 2016-10-02 um 19:57 Uhr - Antworten

    Für mich ist Herman ohne Erik wie Amsterdam ohne Grachten.

  19. Melanie Wagner 2016-10-04 um 14:05 Uhr - Antworten

    ERIK FEHLTE IN ESSEN..
    BEI DER AUTOGRAMMSTUNDE GESTAND HERMAN ,WIE SEHR IMMERNOCH…
    HOFFENDLICH BLEIBT HERMAN UNS NOCH LANGE ERHALTEN..
    WER SOLLUNS SONST SO VIEL GEFÜHL GEBEN….

  20. Anonymous 2016-10-04 um 14:09 Uhr - Antworten

    ..

  21. Adolf L. 2016-10-06 um 10:12 Uhr - Antworten

    Diese Welt wird immer ärmer. So viele der wirklich guten Künstlermenschen gingen in den letzten Jahren. 2016 war sowieso schon ein Seuchenjahr. Und nun erfahre ich erst jetzt von Eric van der Wurffs Tod. Ich weine bitterlich und denke an diesen überragenden kleinen großen Mann, der es über 50 Jahre verstand, ohne Worte so viel zu sagen. Eric: DANKE.
    Übermorgen werden mein Bruder und ich das ach wievielte Konzert von H. van Veen sehen, seit dem wir ihn zum ersten Mal im Jahr 1980 gesehen haben. Und nun fehlt der grandiose Kerl am Klavier. Ich weine.

  22. Adolf L. 2016-10-08 um 23:35 Uhr - Antworten

    Wir haben H. van Veen gesehen heute Abend in der Tonhalle Düsseldorf. Und da steht dieses leere Klavier, und van Veen sagt, dass Erik nun schon 2 Jahre tot ist. Und dann singt er: Ich lieb Dich noch.
    Nochmals ein großes Danke an Erik. Für all seine Gesten und Blicke. Für die wunderbare Musik und die grandiosen Arrangements. Wir vermissen Dich.

  23. Martin Schmid 2016-10-22 um 14:50 Uhr - Antworten

    Habe leider in den deutschen Medien bis gestern, 21.10.2016, nichts über den Tod von Erik van der Wurff gehört oder gelesen… Schade…. Sehe heute Abend Herman van Veen in der Philharmonie in München und werde Erik vermissen. Glücklicherweise ist eine sehr gute Freundin, meine platonischste Liebe, dabei…da werde ich es verkraften können….
    Immer wieder erinnere ich mich an mein erstes Konzert mit Hermann und Erik in München, Theater in der Briennerstr. am Stieglmairplatz, ich glaube 1975 oder so……..seitdem habe ich immer versucht bei den Auftritten im Großraum München dabei zu sein….so wie heute….ich werde Erik vermissen, mich aber freuen, Herman zu hören und zu sehen…hoffentlich singt er „Ich lieb Dich noch“………..

  24. D. hornig 2016-11-14 um 16:13 Uhr - Antworten

    Ich möchte nur mal Danke sagen, für diesen Text. Erik und Hermann, beinahe wie Zwillinge, sie gehörten einfach zusammen.
    Auch mir ging es im Konzert vor 2 Jahren so, als ich das Klavier ohne Erik sah und es kam keine Erklärung.
    Ja, auch die Serie damals, alle Zimmer gingen von der Mitte aus sternförmig ab und dann der Schrank…Erik brauchte keine
    Worte. Letzten Donnerstag im Theater am Aegi dann das Konzert der neuen Tournee, nun sitzt Hermann am Klavier und
    spielt, aber die Blume steht daneben und einmal brach Hermann ab, da er in Gedanken bei ihm war und sich mitteilte, vom
    monumental großen Krankenhaus, wo es wohl nach dem Konzert damals hinging… Er bleibt bei uns, nicht wahr und Hermann
    hoffentlich auch noch lange.
    D.Hornig

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