Wahlen in Deutschland

So. Morgen darf ich hier in Berlin wählen und ich tu das gerne (von mir aus dürfte es ja auch eine Wahlpflicht geben), nur gebt mir bitte, bitte wieder wen zum Wählen. Politik ist kein Spassmobil. Ich will ja von einem Piloten auch nicht, dass er sich eine lustige Mütze aufzieht, oder dass er mir sagt, wen er mag und wen nicht; ich will, dass er eine Flugschule besucht und dass er fliegt. So brauchen wir wieder mündige und verantwortungsvolle Politiker und Parteien.

berline-sonntagsfrageWenn Volksvertreter keine (fundierten!) Positionen mehr vertreten geht es in der Politik, wie wir es im Kunstunterricht gelernt haben: Wenn man alle Farben zusammenkippt, ist das Ergebnis braun. Politik braucht wieder klare Positionen: Rot, Grün, Schwarz, Gelb. Die eingesessenen Parteien müssen es wieder schaffen, ihre Randgruppen zu binden und zu moderieren, statt sich dauernd liberaler zu geben als die FDP. In den 1980ern holte Franz Josef Strauß den rechten Rand in die CDU/CSU ab und dort wurden sie dann moderiert, so dass niemand sich bemüßigt sah, eine AfD zu gründen. Die, die selbst die CDU nicht binden konnte, scheiterten an der Fünfprozenthürde, die eingeführt worden war, um eben genau zu vermeiden, dass unzählige Minifraktionen sinnvolle Regierungsbildungen verunmöglichen. Das derzeitige Weimarer Allerlei bei bundesrepublikanischen Wahlprognosen zeigt, dass die Fünfprozenthürde nicht reicht, um populistischen Irrsinn zu bändigen.

Wenn nur noch die große Koalition die Regierung von Randidioten verhindern kann – und damit die Rechte wie die Linke ihr Gesicht auf dem Altar des Konsenses einbüßen, ist niemand geholfen. CDU, SPD, FDP und GRÜNE müssen sich auf ihre Grundwerte besinnen und nicht ständig schreien „Wir sind die Mitte!“ Das war der Slogan der FDP der 1970er! Die CDU muss alle von Geissler bis AfD binden, die SPD alles von Gabriel bis Gysi, die Grünen alles von, sagenwermal, Demeter bis DKP. Und dann moderiert bitte jeder seine Krabbelgruppe, bis Programme rauskommen, die nicht mehr radikal-populistischerer Mumpitz sind, sondern die wieder echt links, echt konservativ, echt alternativ und echt liberal sind.

Wir brauchen starke Vertreter starker Positionen und keinen nicht einen keinem Wähler erklärbaren Mitte-Brei und keine Dummköpfe, die mit einem Gemenge aus Torheit und Volksverhetzung zwischen sieben und 25 Prozent der Stimmen holen und damit unsere Parlamente regierungsunfähig machen. Wenn es endlich wieder starke Parteien mit breitem Meinungsspektrum im jeweiligen Lager gibt, wäre wieder eine kluge Meinungsbildung möglich; dann wüssten wir wieder, wen wir wählen können ohne dass hirnamputierte Schreihälse 25% der Stimmen machen oder bekloppte Referenden initiieren.

By | 17. September 2016|Categories: Da draußen|0 Comments

Liebe Brexit-Demagogen. Ein guter Deutsche Politiker in Eurer Situation würde sich jetzt ein Zimmer in einem Genfer Hotel nehmen und ein Bad einlaufen lassen.

By | 30. Juni 2016|Categories: Da draußen|0 Comments

Und selbst?

Wann immer Arschlöcher an der Regierung sind, die die Intelligenz, die Menschenliebe und die Integrität des Planeten beleidigen und die gern auch mal das Leben der Menschheit aufs Spiel setzen, muss man sich immer wieder vor Augen führen, dass es Menschen sind, die Stimmung für diese Arschlöcher machen und Menschen, die diese Arschlöcher in ihre Posten wählen. Und immer wieder Menschen, die zu träge sind, sich zu informieren, also mündig zu machen, ihre Stimme zu erheben und sei es nur, indem sie beispielsweise ihr Wahlrecht ausüben; dieses Wahlrecht, für das Menschen bis zum Tod gekämpft haben und noch kämpfen müssen.

Frohes Fest.

By | 18. Dezember 2015|Categories: Da draußen|0 Comments

Facebook schlägt mir Gruppen vor. „Deutsche Freunde Vladimir Putins“. „Verein der Deutschen“. „Unsere Heimat“. So gemütlich, Facebook. Nee, ehrlich, ich glaube, es hackt.

By | 23. Oktober 2015|Categories: Da draußen|0 Comments

Außer Atem

Vergessene Tradition hört auf Tradition zu sein. Das ist die Gefahr für die Kultur, die durch Dummheit entsteht. Es gibt ja heute nicht einmal das Bewusstsein eines Kulturverlusts, da kulturelle Werte, die durch Erziehung und Bildung weder geografisch noch intellektuell verortet sind, nicht als fehlend bemerkt werden. Bemerkt wird eventeuell eine gewisse Leere, die in individueller Verzweiflung mündet, die aber nicht mit Inhalten gefüllt werden kann, weil die Inhalte wie die Werkzeuge zu ihrem Erwerb, die die Schule und die elterliche Erziehung bereitzustellen versäumt haben, fehlen. Der Staffelstab fällt mit dem Tod des letzten Läufers.

By | 5. August 2015|Categories: Da draußen|0 Comments

Greed

Pathos war Chaplins größte Falle; die aktuelle Bebilderung der Rede aus „The Great Dictator“ ist ein netter Twist, fällt aber über dieselbe Bananenschale. Aber auch mit Bedeutungstremolo in der Stimme sagt der Mann nichts Falsches und es ist angenehm, dass es immer wieder Leute aus der Mottenkiste der Filmgeschichte hervorholen. „Greed has poisoned men’s souls. More than cleverness we need kindness and gentleness.“ Yeah.

By | 19. Juli 2015|Categories: Da draußen, Kultur|0 Comments